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Staatsschutz ermittelt Neonazis verteilen Hetz-Flyer in Köln

Das Straßenschild der Keupstraße hängt an eine Hauswand. Hier verübte der NSU am 9. Juni 2004 einen Bombenanschlag. Foto: Henning Kaiser/Archiv

Das Straßenschild der Keupstraße hängt an eine Hauswand. Hier verübte der NSU am 9. Juni 2004 einen Bombenanschlag. Foto: Henning Kaiser/Archiv

(Foto: Henning Kaiser/dpa)

Am 15. Jahrestag des Terroranschlages in der Kölner Keupstraße soll dort ein Straßenfest zum Gedenken an die Opfer des NSU stattfinden. Tage vorher schicken Rechtsextreme den Anwohnern Drohbriefe mit deutlichem Inhalt. Polizei und Staatsschutz ermitteln.

Wenige Tage vor dem 15. Jahrestag des NSU-Nagelbombenanschlags in Köln sind dort rechtsextremistische Flugblätter verteilt worden. Die Flyer seien im Ortsteil Mülheim von bislang Unbekannten ausgegeben worden, teilte die Polizei mit. Einige in unfrankierten Briefumschlägen verpackte Flyer wurden von Anwohnern in deren Briefkästen aufgefunden und von der Polizei sichergestellt. Der Staatsschutz ermittelt.

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Die Flugblätter enthalten Drohungen und Aufrufe zur Gewalt gegen Muslime, die darin als "willfähriges Werkzeug der Juden" bezeichnet werden. Zudem enthalten sie Hakenkreuzdarstellungen. Verteilt wurden die Flyer demnach zwischen dem 29. Mai und dem 3. Juni. Überregional wurde die Aktion aber erst jetzt über soziale Medien bekannt.

Am Sonntag ist auf der Mülheimer Keupstraße ein Straßenfest anlässlich des 15. Jahrestags des dortigen Nagelbombenanschlags geplant. Laut Polizei liegen bislang "keine konkreten Gefährdungserkenntnisse" vor. Unabhängig davon würden aber wie in den Vorjahren Polizeikräfte vor Ort sein, hieß es.

Die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ermordete zwischen 2000 und 2007 zehn türkisch- und griechischstämmige Unternehmer sowie eine Polizistin. Nach zwei vorherigen Sprengstoffanschlägen in Nürnberg und Köln verübte die Gruppe am 9. Juni 2004 einen Nagelbombenanschlag auf der Kölner Keupstraße. 22 Menschen wurden verletzt, darunter mehrere lebensgefährlich.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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