Panorama
Donnerstag, 07. Dezember 2017

Anrufer in 0900-Falle gelockt: Netzagentur schaltet Erotik-Nummern ab

Verführerische Kontakte am Hörer: Im Markt für kostenpflichtige Telefon-Angebote greifen die Aufseher zu ihrer schärfsten Waffe. Sie verbieten Anbietern, die arglose Anrufer mit einer durchsichtigen Masche hinters Licht führen, kurzerhand das Geschäftsmodell.

(Foto: imago/Michael Eichhammer)

Die Bundesnetzagentur hat zahlreiche Erotik-Telefonnummern mit 0900-er Vorwahl wegen hoher versteckter Kosten für die Anrufer abgeschaltet. Die entsprechenden Rechnungen dürften von den Telefonanbietern nicht eingetrieben werden, teilte die Aufsichtsbehörde mit.

Die Masche der Abzocke basierte auf erotischen Anzeigen in einem Kleinanzeigenportal mit einer Mobilfunknummer. Wer dort anrief, um die Telefonnummer der abgebildeten Frau zu bekommen, wurde auf die 0900-er Rufnummern verwiesen.

Dort wiederum wurden Anrufer nach Darstellung der Behörde möglichst lange in der Leitung gehalten - bei Gesprächsgebühren von teils mehreren Euro pro Minute. "Wo Verbraucher in die Irre geführt werden, schreiten wir ein", sagte Behördenchef Jochen Homann.

Als Aufsichtsbehörde des Bundes ist die Netzagentur unter anderem auch für den Bereich Telekommunikation zuständig, darunter auch die unerlaubte Telefonwerbung und der sogenannte Rufnummernmissbrauch.

Um rechtswidrige Angebote zu stoppen, hat die Bundesnetzagentur weitreichende Befugnisse. Bei Verstößen gegen Vorschriften oder geltende Gesetze können die Aufseher "je nach Ausmaß des Verstoßes" den Anbieter abmahnen, die fraglichen Nummer abschalten oder das gesamte Geschäftsmodell des Anbieters untersagen. Etwaige Rechnungen oder Inkasso-Aufträge sind in einem solchen Fall dann gegenstandslos.

Ein solches Verbot verhängten die Aufseher auch im Fall der Erotik-Masche mit 0900er-Nummern. "Die Mobilfunkanbieter dürfen den betroffenen Verbrauchern die Kosten, die für Verbindungen zu den Premium-Dienste-Rufnummern entstanden sind, nun nicht mehr in Rechnung stellen", teilte die Bundesnetzagentur mit.

Quelle: n-tv.de

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