Panorama

Infektion wohl schon vor Wochen Neue Fälle britischer Mutation in Berlin entdeckt

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Der erste Fall der britischen Corona-Mutation wurde am 8. Januar in Berlin entdeckt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die neue Virus-Variante B.1.1.7 grassiert in Deutschland wohl stärker als bisher angenommen. Darauf weisen neue Infektionsfälle in Berlin hin. Laut eines Medienberichts sollen sich mehrere Patienten schon vor Wochen mit der britischen Mutation angesteckt haben.

In Berlin ist in mehreren Corona-Proben die neue britische Virus-Mutation nachgewiesen worden. Die Variante B.1.1.7 wurde demnach in drei Proben entdeckt, die bereits am 8. Januar entnommen wurden, wie der "Tagesspiegel" berichtet.

Die Corona-Mutation könnte deshalb bereits deutlich stärker in Deutschland verbreitet sein, als bislang angenommen. Es liege nahe, dass sich die Patienten bereits im Dezember mit der Mutation angesteckt haben, zitiert die Zeitung aus Klinikkreisen.

Zuvor war am 8. Januar bekannt geworden, dass ein zu Weihnachten aus Großbritannien eingereister Mann mit der Virus-Mutation infiziert war. Er soll auch seine Familie angesteckt haben. In dem aktuellen Fall sollen die drei infizierten Patienten aus Berlin jedoch auch Monate vor der Ansteckung nicht vereist sein. Sie müssen sich demnach in Deutschland mit der Corona-Mutation infiziert haben.

Die Betroffenen liegen laut dem Bericht in einem Berliner Krankenhaus. Die Station wurde demnach für neue Patienten gesperrt und das zuständige Gesundheitsamt informiert.

Britische Mutation bereits in 60 Ländern nachgewiesen

Die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Mutante hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation inzwischen in mindestens 60 Ländern ausgebreitet. Innerhalb einer Woche sei die Virus-Variante damit in zehn weiteren Staaten entdeckt worden, teilte die WHO mit. Die Mitte Dezember erstmals nachgewiesene Mutation B.1.1.7 gilt als 50 bis 70 Prozent ansteckender als das Virus in seiner bisherigen Form.

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Eine weitere in Südafrika entdeckte Virus-Variante wurde nach Angaben der WHO inzwischen in 23 Ländern festgestellt. Diese Mutation ist Experten zufolge ebenfalls ansteckender, ebenso wie die britische Variante aber offenbar nicht tödlicher als die ursprüngliche Form des Virus.

Weltweit starben inzwischen zwei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Die WHO meldete dabei einen neuen Höchststand der wöchentlichen Opferzahl. 93.000 Infizierte seien binnen sieben Tagen gestorben. Zugleich seien in der vergangenen Woche weltweit 4,7 Millionen Neuinfektionen verzeichnet worden.

Quelle: ntv.de, vmi/AFP