Panorama

Krasse Wetter-GegensätzeNeuer Hitzewelle geht Gefahr schwerer Sturmböen voraus

02.07.2026, 15:43 Uhr
imageVon Paul Heger
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Abkühlung gibt es jetzt im Norden - jedoch nicht ohne die Gefahr von teils heftigen Stürmen. (Foto: picture alliance/dpa)

Ganz Deutschland spricht über die alte und die kommende Hitzewelle. Dabei wird es regional erst einmal alles andere als hochsommerlich. Schwere Sturmböen erinnern teilweise nicht nur an Herbstwetter, sie werden zur ernsthaften Gefahr.

Unterschiedlicher könnte das Wetter in den kommenden Tagen nicht sein. Während sich die Hitze in den äußersten Südwesten zurückzieht, kühlt die Nordosthälfte deutlich ab und bekommt es mit ruppigem Wind zu tun. Der Grund: Das Azorenhoch mit seiner Hitze dreht sich deutlich weiter draußen vor den Südwestküsten Europas. Von Schottland zieht gleichzeitig Tief Zoe nach Südskandinavien.

Durch die großen Temperaturgegensätze über Europa, mit 40-Grad-Hitze in Spanien und 15-Grad-Kühle in Schottland, hat dieses neue Tief reichlich Energie zur Verfügung. Es entwickelt sich zu einem regelrechten Sommersturm, der auch den Norden Deutschlands trifft.

Schon aktuell ist es in Teilen Norddeutschlands sehr windig. An der Nordsee sind einzelne Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde unterwegs. Am Freitagmorgen scheppert es dann schon recht ordentlich an den Küsten. Verbreitet sind um 70 oder 80 km/h drin, auf Sylt sogar über 90 km/h. Im Laufe des Freitags zieht der Schwerpunkt zur Ostsee, wo direkt an der Küste bis 100 km/h möglich sind.

Jetzt im Sommer, wo die Bäume Laub tragen, kann das sehr gefährlich werden. Schnell brechen große Äste ab. Selbst Bäume können reihenweise umstürzen. Im Norddeutschen Binnenland wird man diesen kräftigen Wind ebenfalls zu spüren bekommen. Selbst in Berlin sind am Freitag Böen um 60, vielleicht sogar 70 km/h möglich. Am Wochenende bleibt es im Norden und Nordosten windig. In der neuen Woche geht es wohl bis mindestens Mittwoch so weiter - kein Sturm, aber viel Wind.

In der Spitze kommen wieder bis zu 35 Grad

Dazu kommen in der Nordosthälfte einige, teils dichte Wolken und Schauer. Selbst Gewitter sind möglich. Das fühlt sich dann wohl eher nach Herbst als nach Sommer an. Direkt an den Küsten gab es ohnehin erst 1 bis 3 Hitzetage, im Südwesten waren es schon bis zu 23 Tage mit über 30 Grad.

Dieser Kontrast ist natürlich nicht ungewöhnlich, unterstreicht aber die zwei Welten, in denen sich Deutschland wettertechnisch befindet. Denn im Südwesten gibt es weiterhin Tag für Tag bis rund 30 Grad. Hier erlebt man also nicht enden wollendes, sonniges Hochsommerwetter. Wem das langsam zu viel wird, dem könnte ein Kurztrip in den Nordosten Deutschlands Abkühlung verschaffen - zumindest noch.

Denn die bereits heiß diskutierte nächste Hitzewelle kommt. Nur wann genau und wie heftig, das ist weiterhin spekulativ. Das Ringen zwischen dem stärker werdenden Azorenhoch über Südwesteuropa und den Tiefs über Skandinavien geht noch eine Weile weiter: Die erste Wochenhälfte verläuft wie oben beschrieben. Aber in Richtung Wochenende wird es von Südwesten her immer heißer. In Spitzen sollten mit locker 35 Grad gerechnet werden. Auch im Norden sind dann wieder 25 bis 30 Grad drin und die Abkühlung findet ihr Ende.

Wie die Reise danach weitergeht, müssen wir noch abwarten. Insgesamt sieht es eher nach warmen bis heißen Zeiten aus. Auch Extremhitze um 40 Grad ist weiterhin gut möglich. Gleichzeitig sieht der Trend sehr trocken aus. Das sind keine guten Aussichten für beispielsweise den Bodensee, der schon jetzt Rekordniedrigstände verzeichnet. Auch der Rhein und Anrainerflüsse könnten bald größere Probleme bekommen.

Quelle: ntv.de

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