Panorama

Räumung bis Oktober Neukölln wirft Remmo-Clan aus Familien-Villa

Einfamilienhaus der Familie Remmo, Alt Buckow 37

Fristlos Gekündigt: Einfamilienhaus der Familie Remmo.

(Foto: IMAGO / Olaf Wagner)

Der Berliner Remmo-Clan hat mit seinen Immobilien keine glückliche Hand: Wegen Geldwäscheverdachts entzieht die Staatsanwaltschaft der Großfamilie 77 Häuser und Wohnungen. Seitdem wohnen die früheren Besitzer in ihrer Familien-Villa nur noch zur Miete. Doch nun liegt eine fristlose Kündigung auf dem Tisch.

Obwohl der bekannte Berliner Remmo-Clan Sozialhilfe bezieht, wohnt die vielköpfige Familie in einer Villa im Bezirk Neukölln. Allerdings könnte sich das nun ändern. Das Bezirksamt von Berlin-Neukölln hat die Villa in Alt-Buckow außerordentlich und fristlos gekündigt, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Die offizielle Begründung: Die Bewohner hätten den Behörden gefälschte Papiere vorgelegt.

"Ich habe entschieden, der Mietpartei fristlos zu kündigen. Hintergrund dieser fristlosen Kündigung sind schwerwiegende Verstöße gegen das Vertrags- und Vertrauensverhältnis gegenüber dem Bezirksamt im Zusammenhang mit der Mietsache", erklärte Bezirksbürgermeister Martin Hikel der Zeitung. "Die Regeln unseres Rechtsstaates sind klar, und sie gelten für alle. Wer betrügt, muss auch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, so einfach ist das", sagte der Sozialdemokrat laut dem Bericht weiter.

Die Besitzverhältnisse der Villa haben eine etwas längere Vorgeschichte. Das Gebäude gehört zu den 77 Immobilien aus dem Umfeld der Großfamilie, die von der Staatsanwaltschaft vor drei Jahren vorläufig konfisziert wurden. Der Verdacht: Sie wurden mit Geld aus Straftaten erworben. Die Staatsanwaltschaft vermutete Geldwäsche. Weil aber ein Sohn das Haus an seine Mutter vermietet hatte, erbte der Staat als neuer Besitzer den jetzt strittigen Mietvertrag.

Auf Instagram kursierte das Kündigungsschreiben Hikels schon am Dienstag. Der Bürgermeister wirft der Mutter der in Alt-Buckow residierenden Kernfamilie vor, "einen gefälschten Mietvertrag" vorgelegt zu haben. Sie habe damit "eine in Wahrheit nicht bestehende Rechtsposition" beim Gartengrundstück neben der Villa belegen wollen. Dieses wird von der Familie genutzt, obwohl das Bezirksamt Neukölln das zuvor verboten hatte. Im Juli errichteten Arbeiter einen Zaun, um Garten und Villa abzutrennen - unter Polizeischutz. Um ihren Anspruch zu belegen, legten die Remmos einen Mietvertrag auch für den Garten vor, der laut Behörde offensichtlich gefälscht sein soll.

Für Hikel "stellt die Anfertigung von gefälschten Urkunden zu Beweiszwecken einen unüberwindbaren Bruch des Vertrauensverhältnisses zwischen Mieter und Vermieter dar". Die Familie sei "bereits zuvor mehrfach abgemahnt worden, vertrauensschädigende Maßnahmen zu unterlassen", heißt es im Kündigungsschreiben weiter, das in voller Länge im Netz zu finden ist.

Den Remmos räumte der Sozialdemokrat noch einen Räumungsaufschub bis 31. Oktober ein, weil die Lage auf dem Wohnungsmarkt derzeit so angespannt sei. Sollte es allerdings weitere Vorfälle geben, werde "ohne weitere Zwischenschritte Räumungsklage" erhoben, schrieb Hikel weiter. Der Clan warf dem Bezirk Diskriminierung, Rassismus und Wahlkampftaktik vor. Man werde gerichtlich gegen die Kündigung vorgehen, hieß es laut "Tagesspiegel".

Quelle: ntv.de, mau

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