Ermittlungen gegen PersonalNeun Säuglinge in russischer Klinik tot

In einer russischen Geburtsklinik sterben seit Jahresbeginn neun Säuglinge. Die Behörden ermitteln gegen das medizinische Personal. Auch in Moskau wird Aufklärung gefordert.
In einer Geburtsstation der sibirischen Stadt Nowokusnezk sind nach offiziellen Angaben seit Neujahr neun Neugeborene gestorben. Das teilte die Gesundheitsbehörde des Gebietes Kemerowo mit, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass mitteilte. Das tragische Geschehen schlug Wellen bis in die mehr als 3000 Kilometer entfernte Hauptstadt Moskau. Dort verlangten der Gesundheitsausschuss der Staatsduma und die Vorsitzende des Föderationsrates, Walentina Matwijenko, Aufklärung.
Das Staatliche Ermittlungskomitee der Region Kemerowo eröffnete nach eigenen Angaben ein Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit des medizinischen Personals. Die Geburtsstation Nr. 1 der städtischen Klinik sei geschlossen worden, weil bei Mitarbeitern verstärkt Erreger von Atemwegskrankheiten nachgewiesen worden seien, meldete die Nachrichtenagentur Ria Nowosti.
Frühgeborene und infizierte Kinder starben
Auf der Station seien 32 Säuglinge in Intensivbehandlung gewesen, darunter 16 Frühgeborene, viele von ihnen mit bereits im Mutterleib erworbenen Infektionen, erläuterte die Gesundheitsbehörde von Kemerowo. "Leider haben neun Kinder nicht überlebt." Es wurden keine Angaben gemacht, wie es zu so vielen Todesfällen in wenigen Tagen kommen konnte. Nach Angaben von Gouverneur Ilja Seredjuk wurde der Chefarzt der Klinik vorübergehend suspendiert.
Die Stadt Nowokusnezk im Kohle- und Industrierevier Kusbass hat eine halbe Million Einwohner. Wegen des Bergbaus leidet die Region unter einer stark verschmutzten Umwelt.