Panorama

Gewitter und HochwasserNeun Verletzte durch Blitzschlag, Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz

20.06.2026, 09:41 Uhr
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Das Festivalgelände des Southside-Festivals wurde evakuiert, das Programm zeitweise unterbrochen. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Hitze entlädt sich in Süddeutschland in heftigen Gewittern. Auf einem Sportplatz schlägt der Blitz heftig ein, während Flüsse in Rheinland-Pfalz binnen Stunden anschwellen. Einsatzkräfte sind im Dauereinsatz und neue Gewitter drohen bereits.

Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests im baden-württembergischen Rastatt sind neun Menschen verletzt worden. Sechs von ihnen kamen in ein Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Im Zuge eines Handballfests zelteten in der Nacht mehrere Menschen auf einem Sportplatz im Stadtteil Niederbühl, als ein starkes Unwetter über die Region zog. Über die Schwere der Verletzungen liegen bisher keine Details vor. In Lebensgefahr schwebt den Angaben nach niemand.

Während des Unwetters schlug ein weiterer Blitz in Münsingen im Landkreis Reutlingen ein und verletzte eine Frau leicht. Sie war laut Polizei im Stadtteil Dottingen auf einem Sportplatz unterwegs gewesen. Der Rettungsdienst brachte sie in ein Krankenhaus.

Der DWD hatte zuvor Unwetterwarnungen unter anderem für die Regionen Aachen, Bonn, Köln, Neuss, Düsseldorf, Solingen und Wuppertal sowie den Oberbergischen Kreis und den Kreis Olpe veröffentlicht. Auch in Rheinland-Pfalz gab es Unwetter, die zu schweren Überschwemmungen führten. Besonders betroffen war der Rhein-Lahn-Kreis. Eine Sprecherin des Kreises sprach nach vorläufigen Daten von einem Hochwasser, wie es statistisch nur alle 50 Jahre vorkommt.

Rasant steigende Pegelstände

Die Pegelstände der Flüsse Dörsbach, Mühlbach und Aar stiegen am Freitagabend binnen kürzester Zeit stark an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte bereits am Abend zeitweise vor einem Extremhochwasser gewarnt. Zwischenzeitlich war auch eine Koordinierungsstelle beim Katastrophenschutz eingerichtet worden. Im Laufe der Nacht fielen die Pegelstände wieder.

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Die Wassermengen im Rhein-Lahn-Kreis waren gewaltig. (Foto: picture alliance/dpa/Bernd März)

Die Messstelle beim Kloster Arnstein zeigte, wie schnell der Pegelstand des Dörsbachs stieg: Der Wasserstand lag gegen 17 Uhr noch bei 27 Zentimetern. Bis 20.45 Uhr stieg der Pegelstand bis auf 1,96 Meter an. In den Stunden danach fiel der Wasserstand wieder deutlich.

Besonders betroffen war den Angaben zufolge der Bereich Katzenelnbogen. Dort musste wegen der Überflutungsgefahr ein Mittelaltermarkt kurzfristig abgesagt werden. Auch ein Zeltlager wurde vorsorglich evakuiert. Die Einsatzkräfte seien vor allem wegen überfluteter Straßen und umgestürzter Bäume mehr als 60-mal ausgerückt, hieß es.

Mehr zu erwarten

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete für Samstag mit weiteren Gewittern. Von den Mittelgebirgen bis zu den Küsten könnten sie gebietsweise kräftig ausfallen. Unwetter seien nicht ausgeschlossen. Die Gewitterfront werde langsam in Richtung Osten ziehen. "Dort dann im Laufe des Nachmittags Intensivierung und vereinzelte Unwetter wahrscheinlich", hieß es vom DWD.

Am Spätnachmittag und Abend seien dann auch in den übrigen Regionen - abgesehen vom äußersten Nordwesten - erneut einzelne kräftige Gewitter möglich, "allerdings nur sehr kleinräumig und bei Weitem nicht überall".

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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