Panorama
Noch immer hat sich niemand zu dem Anschlag im Stadtteil Chelsea bekannt.
Noch immer hat sich niemand zu dem Anschlag im Stadtteil Chelsea bekannt.(Foto: AP)
Sonntag, 18. September 2016

"Glück, dass es keine Toten gab": New York rätselt über Motiv von Bombenleger

Nach dem Bombenanschlag in Manhattan mit 29 Verletzten gibt es noch immer kein Bekennerschreiben. Gouverneur Andrew Cuomo kündigt dennoch eine stärkere Polizeipräsenz in der Stadt an - auch, um die verunsicherten New Ýorker zu beruhigen.

Nach der schweren Explosion in New York mit 29 Verletzten wird die Sicherheit in der Millionenmetropole mit zusätzlichen Einsatzkräften verstärkt. Die 1000 Polizisten und Angehörigen der Nationalgarde sollen dafür sorgen, dass der Alltag nach dem Vorfall vom Samstagabend weitergeht und Anwohner sich sicher fühlen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Alle 29 Verletzten konnten mittlerweile die Krankenhäuser verlassen. "Wir können glücklich sein, dass es keine Toten gab", sagte Cuomo über den Anschlag in Downtown Manhattan. Über das Motiv und mögliche Täter herrscht derweil aber weiter Unklarheit.

Video

Die Explosion sei "gewollt, gewalttätig, kriminell" gewesen und als Anschlag einzustufen, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Unklar sei, ob den Täter persönliche, politische oder religiöse Motive getrieben hätten und ob er Verbindungen zu terroristischen Gruppen habe. Ermittler werteten Videos von Überwachungskameras aus und untersuchten auch den zweiten Sprengsatz, den die Polizei wenige Straßenblocks vom Ort der Explosion entfernt entdeckt hatte. Dieser verkabelte Schnellkochtopf erinnerte an die Sprengsätze des Anschlags auf den Boston-Marathon im April 2013 mit drei Toten und mehr als 260 Verletzten.

"Wir werden finden, wer auch immer oder welche Gruppe auch immer das getan hat, und wir werden sie zur Rechenschaft ziehen", sagte Cuomo. Eine Verbindung zur Explosion im Nachbarstaat New Jersey, die einem Wettlauf der Marineinfanterie mit mehr als 5000 Teilnehmern gegolten haben könnte, schlossen die Ermittler nicht aus. Dort war eine von drei miteinander verbundenen Rohrbomben in einer Mülltonne detoniert. Dank einer Verzögerung des Rennens wurde niemand verletzt.

"Sie wollen Terror einträufeln"

Der Sprengsatz in Manhattan, der offenbar auch aus einem verkabelten Schnellkochtopf gebaut worden war, habe schweren Schaden angerichtet. Glas- und Metallsplitter lägen überall. Augenzeugen hatten von einer schweren Erschütterung in dem beliebten Wohn- und Ausgeh-Viertel Chelsea berichtet. Cuomo stellte klar: "Wir werden sie nicht gewinnen lassen. Sie wollen Terror einträufeln, sie wollen Euch Angst einjagen, Euch Sorgen bereiten, ob Ihr nach New York oder über eine Brücke oder in eine U-Bahnstation gehen könnt."

Eine Woche zuvor hatten die New Yorker den 15. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 begangen. Die Millionenmetropole ist nach Einschätzung des neu angetretenen Polizeichefs James O'Neill Anschlagsziel Nummer Eins weltweit. Die Sicherheit in der Stadt sollte für die kommende Woche mit Blick auf die Generaldebatte der UN-Vollversammlung, zu der mehr als 140 Staats- und Regierungschefs anreisen, ohnehin verstärkt werden. Die Polizeipräsenz werde nun "größer denn je" sein, sagte De Blasio.

Quelle: n-tv.de