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Kein Ende im Fipronil-Skandal Niederlande prüfen nun auch Hühnerfleisch

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Bis das Hühnerfleisch aus den betroffenen Betrieben für unbedenklich erklärt wird, bleibt der Verlauf verboten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Fipronil-Skandal ordnen niederländische Behörden nun auch Kontrollen von Hühnerfleisch an: Zwar sind nur wenige Betriebe sowohl auf Eier- als auch auf Fleischproduktion ausgerichtet - betroffene Unternehmen dürfen aber vorerst kein Hühnerfleisch verkaufen.

Die niederländische Lebensmittelüberwachung kontrolliert jetzt nicht nur Eier, sondern auch Hühnerfleisch auf eine mögliche Belastung durch das Insektizid Fipronil. Von den Kontrollen seien nur sehr wenige Betriebe betroffen, die sowohl Eier als auch Fleisch produzierten, sagte ein Sprecher der Überwachungsbehörde NVWA in Utrecht. Der Fleischverkauf sei erst dann wieder erlaubt, wenn die Kontrollen keine Hinweise auf Fipronil ergäben.

Ein Sprecher des Bauernverbandes LTO sagte, die meisten Betriebe entschieden sich entweder für Eier- oder für Fleischproduktion. "Jene, die beides machen, kann man an zwei Händen abzählen." Fleischhersteller seien von dem Fipronil-Skandal praktisch nicht betroffen.

Die Fleischhühner würden nach sechs Wochen geschlachtet, anschließend werde der Stall gereinigt. Dies bedeute, dass sich die Blutlaus, gegen die Fipronil verbotenerweise in Ställen eingesetzt wurde, gar nicht erst entwickeln könne. Legehennen bleiben etwa zwei Jahre in ihren Ställen - was für die Blutlaus vorteilhaft ist. Über Ergebnisse der Kontrollen wurden zunächst noch keine Angaben gemacht.

Fokus auf verarbeitete Eier

In den Regalen deutscher Supermärkte sollten sich nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt inzwischen keine belasteten Eier mehr befinden. Auf die Frage, ob solche Eier immer noch verkauft würden, sagte er: "Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit kann man dieses ausschließen." Jetzt gelte es, zu schauen, was mit den verarbeiteten belasteten Eiern geschehen sei. Erste Rückrufe für Produkte mit verarbeiteten Eiern gab es bereits - betroffen waren Salate eines Lübecker Unternehmens.

Schmidt geht davon aus, dass womöglich gezieltes kriminelles Handeln hinter dem Skandal steckt. "Wenn hier kriminelle Energie quasi in einem Netzwerk stattfindet, dann müssen wir da kräftig ran, das ist inakzeptabel", sagte Schmidt der ARD. Solche Strukturen müssten ausgehebelt werden. Was geschehen sei, "das ist kriminell, ganz klar". Das müsse bestraft werden. Die Spuren führen demnach nach Belgien und in die Niederlande.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/rts

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