Durch geschenkte PommesObdachloser mit Arsen vergiftet

In Großbritannien schenkt ein vorbeigehender Passant einem Obdachlosen eine Portion Pommes. Das ist aber keineswegs eine großzügige und freundliche Geste, denn offenbar war das Essen vergiftet.
Ein Obdachloser ist in Liverpool mit Arsen vergiftet worden. Der Mann in seinen Dreißigern hatte von einem vorbeigehenden Passanten in der Castle Street, im Zentrum der Stadt, eine Portion Pommes geschenkt bekommen. Offenbar hat er sich dadurch die Vergiftung zugezogen. Zumindest ist es das letzte, an das sich der Mann erinnern kann. Er wurde dem "Liverpool Echo" zufolge bewusstlos gefunden und in ein Krankenhaus eingeliefert.
Britische Medien berichteten, dass die Ärzte dort den Giftstoff in seinem Körper nachwiesen. Arsen kann Bauchschmerzen, Übelkeit und blutige Durchfälle verursachen, aber auch die zentrale Atmung lähmen und damit zum Tode führen. Die Polizei in Liverpool hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen.
"Nicht nur böse, sondern auch kalkuliert"
"Um ehrlich zu sein, bin ich schockiert. Wir haben in all den Jahren schreckliches Zeug gehört, aber das scheint nicht nur böse, sondern auch kalkuliert zu sein", sagte Michelle Langan der Onlineseite "Metro UK". Sie leitet in der Stadt ein Projekt zur Obdachlosenhilfe und hatte den Mann zuvor über längere Zeit hinweg begleitet. Langan hatte auch auf seine Geschichte aufmerksam gemacht. Das Obdachlose auf der Straße Gewalt ausgesetzt seien, erlebe sie bei ihrer Arbeit immer wieder, so die Sozialarbeiterin.
Auch britische Wohltätigkeitsorganisationen haben dazu Zahlen erhoben. 2018 zeigte eine Studie, dass mehr als jeder dritte Obdachlose absichtlich geschlagen oder getreten wurde oder andere Formen von Gewalt erlebt hat. Auf einige Wohnungslose wurde auch uriniert oder Gegenstände auf sie geworfen. Nach dem aktuellen Vorfall hat Liverpools Bürgermeister sich nun dafür stark gemacht, die Angriffe auf Obdachlose künftig als sogenannte "hate crimes" zu bewerten und dafür die Gesetzeslage zu ändern.