Panorama

Ärzteverband gibt Rat Omikron oder Erkältung?

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einem Mann einen Nasenabstrich für einen Corona-Schnelltest. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Im Zweifelsfall rät die Vorsitzende des Marburger Bunds zu zwei Tests an aufeinanderfolgenden Tagen.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild)

Die Infektion mit der Omikron-Variante verläuft oft mild, Geruchs- und Geschmacksstörungen treten der Chefin des Marburger Bunds zufolge gar nicht mehr auf. Um Angehörige trotzdem optimal zu schützen, rät sie zu einer bestimmten Teststrategie.

Deutschlands größter Ärzteverband, der Marburger Bund, befürchtet angesichts der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante, dass sich viele Menschen unbemerkt infizieren. "Es besteht die Gefahr, dass viele Menschen ihre Corona-Infektion gar nicht als solche wahrnehmen und lediglich von einer Erkältung ausgehen", warnte die Vorsitzende Susanne Johna im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Es gebe auch Hemmungen sich zu testen, aus Angst, bei einem positiven Ergebnis in Quarantäne zu müssen, so die Ärztin. Um aber Angehörige zu schützen, sei ein Test bei Symptomen wichtig. "Wer einen Schnupfen hat, hustet oder sich unwohl fühlt, sollte sich vorsorglich testen und isolieren und im Zweifelsfall am zweiten Tag erneut einen Antigentest machen", sagte Johna.

"Geruchs- und Geschmacksstörungen treten bei einer Omikron-Infektion gar nicht mehr auf, aber dies wissen viele Infizierte nicht", so Johna. Es sei daher wichtig, sich auch bei ganz leichten Symptomen mit einem Antigentest auf das Coronavirus zu testen.

Normalstationen droht Überlastung

Wegen des Überhandnehmens der neuen Variante könnte zudem eine Überlastung der Normalstationen drohen. "Es wäre ein Fehler, bei der Omikron-Welle nur auf die Auslastung der Intensivstationen zu schauen", so Johna gegenüber dem Redaktionsnetzwerk. "Der Großteil der Fälle muss in den Notaufnahmen und auf den Normalstationen behandelt werden", erklärte sie mit Verweis auf die milderen Verläufe. "Wenn man nur die Intensivbetten-Belegung als Maßstab für Corona-Maßnahmen heranziehen würde, wäre das zu kurz gegriffen und bei Omikron sogar trügerisch."

Der Marburger Bund rechnet schon bald mit vielen Omikron-Patienten, die einen höheren Aufwand in den Krankenhäusern erfordern. "Sie müssen isoliert werden, brauchen zum Teil Sauerstoff und das Personal muss Schutzkleidung anziehen. Es entsteht ein erheblicher zusätzlicher logistischer Aufwand", so Johna.

Quelle: ntv.de, mpe

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