Panorama

Nach schwerem Erdbeben Opferzahl auf Lombok steigt auf 142

Lombok in Trümmern: Bei dem Erdbeben wurden vor allem die Gebiete getroffen, in denen die Einwohner leben. Die Haupttouristenorte bleiben weitgehend verschont.

Lombok in Trümmern: Bei dem Erdbeben wurden vor allem die Gebiete getroffen, in denen die Einheimischen leben. Die wichtigsten Touristenorte blieben weitgehend verschont.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche bebt die Erde vor Indonesien. Betroffen sind die bei Touristen beliebten Inseln Lombok und Bali. Die Zahl der Toten steigt kontinuierlich. Hunderte Urlauber werden auf benachbarten Inseln in Sicherheit gebracht.

Nach dem schweren Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok am Sonntag werden Hunderte Urlauber von den benachbarten Gili-Inseln in Sicherheit gebracht. 200 Touristen aus dem In- und Ausland seien bereits evakuiert worden, sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho. Rund 700 weitere Menschen warteten noch auf ihre Evakuierung.

Bei dem Beben der Stärke 6,9 kamen nach neuen Angaben der indonesischen Behörden mindestens 142 Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. "Es ist wahrscheinlich, dass die Zahl der Opfer noch steigt", sagte Nugroho. Die meisten Opfer seien auf herunterfallende Trümmerteile zurückzuführen. Die Haupttouristenorte im Süden und Westen blieben weitgehend verschont. Unter den Toten sollen keine Ausländer sein.

An der Nordküste von Lombok wurde eine kleine Tsunamiwelle von 13 Zentimetern Höhe registriert, eine weitere bildete sich vor der östlichen Nachbarinsel Sumbawa. Das Zentrum des Bebens lag rund 18 Kilometer nordöstlich von Lombok in 15 Kilometern Tiefe. Es folgten zahlreiche Nachbeben.

Der Katastrophenschutz rief die Bevölkerung zunächst auf, Meeresküste und Flussufer zu meiden. Die Tsunami-Warnung wurde später aufgehoben. "Wir sammeln uns hier im Dunkeln ohne Strom. Jeder ist draußen im Freien", sagte der Distriktchef von Nord-Lombok, Najmul Akhyar. Am Flughafen der Stadt Mataram bildeten sich lange Schlangen von Touristen, die ihre Ferien abbrachen.

Zweites Beben in einer Woche

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Medien berichteten auch von Gebäudeschäden auf der westlichen Nachbarinsel Bali. Auch das Gebäude des internationalen Flughafens Ngurah Rai auf Bali wurde leicht beschädigt, der Flugbetrieb war davon aber nicht beeinträchtigt. Zudem war der Erdstoß auch auf den naheliegenden Gili-Inseln zu spüren. Nach Angaben eines Vertreters der dortigen Rettungskräfte gab es dort mindestens einen Toten und mehrere Verletzte. Mehrere Hotels wurden beschädigt.

Twitter-Nutzer wie US-Model Chrissy Teigen sendeten aufgeregte Tweets aus Bali. Auch im Osten Javas war das Beben deutlich zu spüren. Zwei für Montag geplante internationale Konferenzen mit Ministern aus Nachbarländern zu den Themen regionale Sicherheit und Terrorabwehr auf Bali und Lombok wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Alle bereits angereisten Gäste seien sicher und unversehrt, hieß es von offizieller Seite.

Lombok war erst vor einer Woche von einem Erdbeben der Stärke 6,4 erschüttert worden. Dabei wurden 17 Menschen getötet. Außerdem gab es mehr als 350 Verletzte. Mehr als 500 Ausflügler wurden in den folgenden Tagen von dem aktiven Vulkan Rinjani in Sicherheit gebracht, wo sie zeitweilig festsaßen. Unter ihnen waren auch annähernd 200 Touristen aus dem Ausland, darunter etwa zwei Dutzend Deutsche. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde oder es brechen Vulkane aus.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa/rts/AFP