Panorama

Er ließ eigene Freundin töten Pablo Escobars Auftragskiller "Popeye" ist tot

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Velásquez betrieb einen eigenen Kanal auf Youtube.

(Foto: picture alliance / Georg Ismar/d)

Er war die rechte Hand des kolumbianischen Drogenbarons Escobar. Mindestens 250 Morde gehen auf seine Kappe. Nun ist Jhon Jairo Velásquez mit 57 Jahren an Magenkrebs gestorben.

Der als "Popeye" bekannte Auftragskiller des früheren kolumbianischen Drogenbarons Pablo Escobar ist tot. Jhon Jairo Velásquez alias "Popeye" starb im Alter von 57 Jahren an Magenkrebs, wie die Justizvollzugsbehörde in Bogotá mitteilte. Er war demnach wegen seiner Erkrankung an Silvester in die Klinik des Nationalen Krebs-Instituts verlegt und dort von Justizvollzugsbeamten bewacht worden.

"Popeye" hat nach eigenen Angaben Hunderte Menschen in Escobars Auftrag ermordet. Nachdem er drei Fünftel seiner 23-jährigen Haftstrafe abgesessen hatte, wurde Velásquez 2014 auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Seit dem 25. Mai 2018 befand er sich erneut in Haft. Ihm wurde Verschwörung zu einer Straftat und Erpressung zur Last gelegt.

In einem 2015 geführten Interview sagte Velásquez, er habe "mindestens 250 Menschen, vielleicht 300" im Auftrag Escobars getötet. Sogar seine eigene Freundin ließ er für den mächtigen Drogenboss umbringen. Escobar hatte einen brutalen Kampf gegen den kolumbianischen Staat geführt, um seine Auslieferung an die USA zu verhindern. Er befahl Autobombenanschläge und ließ Politiker, Richter und Journalisten entführen und töten.

TV-Serie thematisiert Leben von "Popeye"

Am 2. Dezember 1993 wurde Escobar in seiner Heimatstadt Medellín von einer Spezialeinheit der kolumbianischen Polizei erschossen. "Popeye" redete viel über die Verbrechen von Escobar und seinen Männern. Während seiner Zeit in Freiheit nutzte der skrupellose Auftragskiller für seine Selbstdarstellung die Videoplattform YouTube. Sein Kanal hatte bis zu einer Million Abonnenten.

Der Kult um Escobar erreichte durch die Netflix-Serie "Narcos" einen neuen Höhepunkt, auch über "Popeye" gibt es eine Serie ("Alias J.J."). In Kolumbien wird die Faszination wegen der verheerenden Gewalt des Medellín-Kartells äußerst kritisch gesehen.

Quelle: ntv.de, can/AFP/dpa