Panorama

Glutheiße Witterung im Ramadan Pakistan zählt mehr als 60 Hitzetote

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Einwohner von Karachi schlafen auf dem Bürgersteig, da die Hitze und ständigen Stromausfälle einen Aufenthalt in den Wohnungen unerträglich machen.

(Foto: REUTERS)

Stromausfälle und höllische Temperaturen martern die Einwohner der pakistanischen Hafenstadt Karachi. In der brütenden Hitze sterben Dutzende Menschen. Die Behörden gehen von weiteren Opfern aus, da der Fastenmonat Ramadan die Situation zusätzlich verschärft.

Hohe Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius haben in der pakistanischen Hafenstadt Karachi nach Angaben einer Hilfsorganisation mehr als 60 Menschen das Leben gekostet. Die Hitzewelle könnte noch mehrere Tage andauern und die Zahl der Toten weiter steigen, teilte ein Sprecher der Hilfsorganisation Edhi Foundation mit.

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In den Straßen von Karachi lassen sich Passanten mit Wasser besprühen, um sich bei den hohen Temperaturen abzukühlen.

(Foto: dpa)

Unter den Hitzeopfern seien viele Menschen gewesen, die wegen des muslimischen Fastenmonats Ramadan tagsüber weder gegessen noch getrunken hätten, hieß es. Die Temperaturen erreichten der Stiftung zufolge zu Wochenbeginn 44 Grad Celsius. Vom nahe gelegenen Arabischen Meer her kam keine Erleichterung: Die erhofften kühlenden Winde blieben in der Hafenstadt aus.

"Der islamische Fastenmonat Ramadan wird in weiten Teilen Pakistans streng eingehalten, was erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben hat", heißt es in einer Einschätzung des deutschen Auswärtigen Amtes. Im Ramadan ist strenggläubigen Muslimen der Genuss von Speisen und Getränken während der Stunden des Tages, in denen das Fastengebot gilt, untersagt.

Zu befürchten steht, dass die extremen klimatischen Bedingungen weitere Todesopfer fordern. 2015 waren bei einer Hitzewelle in Karachi etwa 2000 Menschen gestorben, wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde sagte. Damals herrschte in der Region eine ähnliche Wetterlage wie derzeit. Karachi ist mit mehr als 20 Millionen Einwohnern die größte Stadt Pakistans. Stromausfälle hätten die derzeitige Lage diesmal allerdings noch verschlimmert, berichteten Anwohner.

Pakistan liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der beiden aufstrebenden Regionalmächte Indien und China. In dem Land machen sich die Folgen des Klimawandels besonders bemerkbar. Auch nach einem Abflauen der Hitzewelle muss mit weiteren Opfern gerechnet werden: Zu Beginn der Monsunzeit im Juni erwarten Meteorologen wieder ergiebige Niederschläge, die in den betroffenen Gebieten Erdrutsche und Überschwemmungen auslösen könnten.

Quelle: ntv.de, hny/dpa