Panorama

Nach Festnahme von Kardinal Papst betet für Christen in China

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Der 90-jährige Zen gehört zu den ranghöchsten Vertretern der katholischen Kirche in der Finanzmetropole Hongkong.

(Foto: picture alliance / Vincent Yu/AP/dpa)

Der Papst macht sich Sorgen um die Christen in China. Einem Peking-kritischen Kardinal aus Hongkong droht nach seiner vorübergehenden Festnahme ein Verfahren: Er hatte Aktivisten der Massendemonstrationen 2019 unterstützt.

Nach der Festnahme eines Kardinals in Hongkong hat Papst Franziskus für die Gläubigen in China gebetet. "Ich verfolge mit Achtung und Anteilnahme das Leben und die oft komplexen Ereignisse der Gläubigen und Priester und bete jeden Tag für sie", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche nach dem traditionellen Mariengebet Regina Caeli vor zahlreichen Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Er lade zum Gebet ein, damit die Kirche in China in Freiheit und Ruhe in der aktiven Gemeinschaft mit der Weltkirche leben und ihre Mission der Verkündigung des Evangeliums an alle ausüben könne, erklärte der 85-Jährige weiter.

Am 11. Mai wurde der emeritierte Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen, festgenommen. Der Heilige Stuhl äußerte sich besorgt über den Vorfall. Zen kam wenig später auf Kaution frei. Ihm und weiteren Beschuldigten wurden die Reisedokumente weggenommen. Dem 90-Jährigen wird vorgeworfen, gegen das umstrittene nationale Sicherheitsgesetz verstoßen zu haben.

"Festnahme ausgesprochen unglücklich"

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin - die Nummer Zwei im Vatikan - nannte die Festnahme "Vatican News" zufolge "ausgesprochen unglücklich". Der Vatikan vereinbarte 2018 ein Abkommen mit Peking zur Ernennung von Bischöfen in China, das am 22. Oktober 2022 auslaufen würde. Parolin sah dafür zwar keine Gefahr, hoffte aber, dass der Weg des Dialogs zwischen dem Heiligen Stuhl und China nicht noch komplizierter werde.

Der 90-jährige Zen gehört zu den ranghöchsten Vertretern der katholischen Kirche in der Finanzmetropole Hongkong und gilt als Kritiker der Regierung in Peking. Zu den Festgenommenen gehörte auch die Pop-Sängerin und Aktivistin Denise Ho. Alle vier Beschuldigten waren Verwalter eines inzwischen aufgelösten Hilfsfonds, der Demonstranten finanziell unterstützte, die während der Massenproteste im Jahr 2019 festgenommen worden waren. Das im Juli 2020 in Kraft getretene sogenannte Sicherheitsgesetz erlaubt den Behörden ein drakonisches Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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