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"Unschuldiges Leben beseitigt" Papst sieht Abtreibung als Auftragsmord

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Der Papst kann nicht verstehen, warum Frauen Schwangerschaften abbrechen.

(Foto: REUTERS)

In der katholischen Kirche gilt eine Abtreibung als Sünde. An diesem Credo hält der eigentlich als moderat eingestufte Papst Franziskus mit harschen Worten fest. Dabei findet selbst in katholisch geprägten Ländern ein Umdenken statt.

Papst Franziskus hat Abtreibungen mit einem Auftragsmord verglichen. Eine Schwangerschaft abzubrechen sei "wie jemanden zu beseitigen", sagte er bei seiner Generalaudienz vor Gläubigen auf dem Petersplatz. "Ich frage euch: ist es gerecht, jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen? Das kann man nicht machen, es ist nicht gerecht, einen Menschen umzubringen, auch wenn er klein ist. Es ist, wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen."

Wenn Eltern die Diagnose einer schweren Behinderung ihres ungeborenen Kindes bekämen, bräuchten sie "wahre Nähe" und Solidarität, um ihre Ängste zu überwinden. "Stattdessen bekommen sie hastige Ratschläge, die Schwangerschaft zu abzubrechen", sagte das Katholiken-Oberhaupt.

In seiner Predigt befasste sich der Pontifex mit dem biblischen Gebot, nicht zu töten. Zunächst prangerte er die "Abwertung menschlichen Lebens" durch Kriege, Ausbeutung und Ausgrenzung an. Dann fügte er noch seine Gedanken zum Thema Abtreibung hinzu. "Aber wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben beseitigt, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?"

Abtreibung und künstliche Befruchtung sind in der katholischen Kirche eine Sünde. In Franziskus' Heimatland Argentinien war im August ein Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen gescheitert - nicht zuletzt wegen des massiven Widerstands der katholischen Kirche. Andererseits gibt es auch Länder wie das durch den katholischen Glauben stark geprägte Irland. Dort sprachen sich im Mai gut 66 Prozent in einem Referendum für die Legalisierung der Abtreibung aus. Seit Anfang Oktober berät das Parlament darüber, wie eine entsprechende Gesetzesänderung aussehen könnte.

Konkret verhandeln die Abgeordneten eine Änderung der Verfassung. Laut dem achten Zusatzartikel waren Abtreibungen in Irland selbst bei Vergewaltigung, Inzest oder einer tödlichen Fehlbildung des Fötus bislang verboten. Bei einer Abtreibung drohen Frauen bis zu 14 Jahre Haft. Dieser Zusatzartikel soll nun durch einen Text ersetzt werden, der Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt. Unter bestimmten Bedingungen soll ein Abbruch der Schwangerschaft auch danach bis zur 24. Woche möglich sein, etwa wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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