Panorama

Grausige Entdeckung im Park Passanten finden totes Baby in Müllsack

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Der tote Säugling soll bereits länger tot sein.

(Foto: picture alliance / Andre Braune/)

Schrecklicher Fund im Münsterland: In Dülmen entdecken Passanten die Leiche eines Säuglings in einem Müllsack. Die Mordkommission ermittelt.

Spaziergänger haben in einem Schlosspark im Münsterland ein totes Baby in einem Müllsack gefunden. Die Kinderleiche habe am Samstagnachmittag nahe eines Teiches im Park von Schloss Buldern bei Dülmen gelegen, teilte die Polizei mit.

Die Todesumstände und Hintergründe seien noch völlig unklar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster. Eine Mordkommission wurde eingerichtet. Am Sonntag sollte der Leichnam in Münster obduziert werden. "Es ist noch viel zu früh, um sagen zu können, wie das Kind zu Tode gekommen ist", sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Anfrage. Bislang stehe auch noch nicht fest, ob es sich um einen kleinen Jungen oder ein kleines Mädchen handele, und wie alt der Säugling sei.

Nach ersten Informationen sei das Kind schon einige Tage tot, teilten die Behörden mit. Weitere Einzelheiten zu der Situation gab der Staatsanwalt nicht bekannt.

Schwangerschaft versteckt

Erst vor wenigen Wochen hatte ein 15-jähriges Mädchen in Bochum in der elterlichen Wohnung heimlich ein Kind zur Welt gebracht und das Neugeborene danach erstickt. Sie hatte ihre Schwangerschaft als auch die Geburt innerhalb der Familie geheimhalten können. Polizeiangaben zufolge handelte sie unter großer Angst. Das Mädchen vertraute sich nach der Tat Bekannten an, die die Polizei riefen. Beamte fanden den toten Säugling dann in der Wohnung. Das Mädchen kam ins Krankenhaus.

Babyklappen bleiben wirkungslos

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland bereits zehn Fälle von Kindstötungen bei Neugeborenen gemeldet. Im gesamten Jahr 2016 wurden mindestens neun Säuglinge nach der Geburt getötet, wie das Kinderhilfswerk "Terre des hommes" in Osnabrück mitteilte. 2015 wurde sogar über 22 tot aufgefundene Babys berichtet. Auch Babyklappen scheinen nicht zu einer Verbesserung der Situation beizutragen.

Die Organisation veröffentlicht regelmäßig anhand von Medienberichten Zahlen zu Kindstötungen sowie nach der Geburt ausgesetzten und lebend gefundenen Neugeborenen. Eine offizielle Statistik gibt es in Deutschland nicht. In den vergangenen zehn Jahren wiesen die Zahlen demnach erhebliche Schwankungen auf. Eine Tendenz, die auf eine allmähliche Abnahme von Kindstötungen hindeutet, ist nach Angaben der Organisation nicht erkennbar.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa