Panorama

Bei Festnahme fällt Schuss Patienten nehmen Geisel und fliehen

132611775.jpg

Die beiden Männer gelten als gewaltbereit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Tat könnte aus einem Krimi stammen: Zwei Patienten brechen am Sonntagabend aus einer geschlossenen Anstalt für Straftäter am Niederrhein aus. Dafür nehmen sie einen Pfleger als Geisel, der die Außentür öffnen lassen soll. Mittlerweile sind sie wieder in Gewahrsam.

Es ist schon später Abend, als am Montag zwei Patienten der forensischen Psychiatrie in Bedburg-Hau in Nordrhein-Westfalen Küchenmesser in die Hand nehmen und einen Pfleger bedrohen. Einen zweiten Pfleger schließen sie ein, dann zwingen sie ihre Geisel, die Außentür unter einem erfundenen Vorwand öffnen zu lassen. "Sie haben ihn genötigt, der Pforte Bescheid zu sagen, er müsse jetzt mal in den Außenbereich, um Müll zu entsorgen", erzählt Polizeisprecher Ingo Schankweiler. Der Plan geht auf. Wenig später sitzen die beiden im Auto des Pflegers und flüchten. Ihre Geisel lassen sie vor der Klinik stehen.

Nach einer Großfahndung wird das Fluchtauto am Dienstagabend im etwa 150 Kilometer entfernten Aachen entdeckt. Die 38 und 43 Jahre alten Männer werden festgenommen. Der Hergang der Festnahme nach Schilderung der Polizei: Eine unbeteiligte Frau wird kurzzeitig bedroht, es fällt ein Schuss und einer der beiden Männer wird schwer verletzt. Weitere Details zu den Vorgängen sind bislang nicht bekannt.

Die beiden gewalttätigen Straftäter waren laut Polizei wegen Raubdelikten verurteilt worden. Seit Oktober beziehungsweise Dezember 2019 waren sie in der forensischen Klinik. Dort werden im sogenannten Maßregelvollzug unter hohen Sicherheitsvorkehrungen psychisch kranke und suchtkranke Straftäter untergebracht, die schuldunfähig oder vermindert schuldfähig sind. Laut "Bild"-Angaben kannten sich die beiden Männer von früher und saßen wegen Raubes in der Anstalt.

Der zurückgelassene Pfleger hatte am Montagabend sofort Alarm geschlagen. Auch der eingesperrte Kollege konnte sich befreien und rief die Polizei. Beide Klinikmitarbeiter blieben unverletzt, wie sich später herausstellte. Sofort begann eine großangelegte Fahndung, ein Hubschrauber durchkämmte die Dunkelheit. Zehn Streifenwagen der Klever Kreispolizei und die Kripo waren an der Suche beteiligt. "Alles, was wir auf der Straße hatten, war eingebunden", sagte eine Sprecherin.

Quelle: ntv.de, lri/dpa