Panorama

"Ort, der Horrorfilm gleicht"Polizei findet Hunderte Leichenteile in Keller

09.01.2026, 16:36 Uhr
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Dutzende Grabstätten soll ein 34-Jähriger aus Pennsylvania aufgebrochen haben, um Knochen zu entwenden. (Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Eine Reihe von Friedhofseinbrüchen beschäftigt die Polizei im US-Bundesstaat Pennsylvania. Nach intensiven Ermittlungen nehmen die Ermittler einen Mann fest. In seinem Keller stehen die Beamten vor einem Horrorkabinett.

Im Keller eines Mannes aus Ephrata im US-Bundesstaat Pennsylvania hat die Polizei Hunderte menschliche Schädel und Knochen, Überreste von Säuglingen und verwesende Leichen gefunden. Der 34 Jahre alte Jonathan G. soll die Leichenteile aus unterschiedlichen Grabstätten und Mausoleen entwendet und sie in sein Haus gebracht haben.

Überführt werden konnte G. erst nach einer monatelangen Reihe von Einbrüchen auf dem Mount Moriah Friedhof in Philadelphia. Mindestens 26 Mausoleen und Gruften wurden seit Halloween hier aufgebrochen. Laut einer Pressemitteilung des Bezirksstaatsanwaltes entdeckte die Polizei am 6. Januar Knochen und Schädel auf dem Rücksitz eines Autos in Friedhofsnähe. G. wurde festgenommen, als er den Friedhof verließ und mit einer Brechstange zu seinem Auto zurückging. Dabei hatte er laut "Daily Mail" außerdem einen Jutesack mit mumifizierten Überresten von zwei kleinen Kindern, drei Schädeln sowie anderen Knochen. Er gestand den Diebstahl von 30 menschlichen Überresten.

Im Haus des 34-Jährigen bot sich den Beamten schließlich ein noch schauerlicheres Bild: Hunderte komplette oder teils vollständige Skelette sowie menschliche Leichenteile in unterschiedlichen Verwesungsstadien hatte G. in seinem Keller und einem Lagerraum gesammelt. Teilweise wurden Schädel auf Regalen drapiert, einige Knochen waren zusammengefügt, andere hingen einzeln von der Decke.

"Im wahrsten Sinne des Wortes grauenhaft"

"Die Ermittler betraten in diesem Haus einen Ort, der einem Horrorfilm gleicht. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes grauenhaft. Mein Mitgefühl gilt all jenen, die von diesem Vorfall betroffen sind, die darunter leiden und die sich fragen, ob es sich tatsächlich um einen ihrer Angehörigen handelt", sagte Staatsanwalt Tanner Rouse auf einer Pressekonferenz. "Wir haben bis jetzt eine Menge Knochen sichergestellt und wir versuchen immer noch herauszufinden, um wen es sich handelt, woher sie stammen und wie viele es insgesamt sind." Einige der Knochen seien 200 Jahre alt, andere deutlich jünger. "Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir eine endgültige Antwort haben."

G. soll Mitglied einer Facebook-Gruppe namens "Human Bones and Skull Selling Group" gewesen sein und dort auch auf einem Foto mit einem Schädel zu sehen sein. Es ist unklar, ob er jemals Überreste verkauft hat. Nach seiner Festnahme zeigte G. den Beamten die Gräber, aus denen er die Leichenteile entwendet hatte. Er wurde wegen Leichenmissbrauch und Hehlerei sowie wegen mehrfacher Schändung eines öffentlichen Denkmals, Schändung eines verehrten Objekts, Schändung einer historischen Grabstätte, Einbruch, Hausfriedensbruch, Diebstahl sowie Sachbeschädigung angeklagt und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Eine erste Vorverhandlung ist für Ende Januar angesetzt.

Quelle: ntv.de, akr

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