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Kleinkind massiv gequält Pflegeeltern müssen für Misshandlung in Haft

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Die angeklagten Pflegeeltern bestritten die Taten vor Gericht.

(Foto: dpa)

Ein Pflegeelternpaar quält ein ihnen anvertrautes Kind monatelang so sehr, dass es offene Wunden und Knochenbrüche davonträgt. Für diese massive Kindesmisshandlung werden die beiden nun vom Amtsgericht Mannheim zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Nach einem Fall von Kindesmisshandlung sind die beiden Pflegeeltern zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Amtsgericht Mannheim verhängte drei Jahre und elf Monate Haft gegen die Pflegemutter und drei Jahre gegen den Pflegevater.

Beide sollen das Kleinkind monatelang geschlagen und gequält haben, bestritten dies aber vor Gericht. Von Juli 2017 an sei der Junge körperlich gezüchtigt worden. Der Pflegevater habe dem Kind mindestens einmal auf das Gesäß geschlagen. Seine Frau gab dem Jungen laut Anklage drei bis vier Wochen zu wenig oder kein Essen.

Hatte der Junge sich dreckig gemacht, duschte ihn die Pflegemutter eiskalt ab, wie es in der Anklageschrift heißt. Sie habe ihm mit der Faust oder flachen Hand ins Gesicht und auf den Oberkörper geschlagen und ihn gegen das Mobiliar geschubst. Durch mehrfache Schläge mit einem Kochlöffel habe sie ihm die Mittelhandknochen gebrochen. Zudem soll die Pflegemutter ihrem Opfer büschelweise Haare ausgerissen haben. Als das Kind im Dezember 2017 aus der Familie geholt wurde, stellten die Ärzte unter anderem offene Wunden und Knochenbrüche fest. Der Junge war zudem stark abgemagert.

Der Junge hat es seiner früheren Kurzpflegemutter zu verdanken, dass sein Leiden im September 2017 zu Ende ging. Bei einem Kontaktgespräch zwischen der jetzt angeklagten Pflegemutter und ihrer Vorgängerin fiel Letzterer der schlechte Gesundheitszustand des Kindes auf. Sie alarmierte das Jugendamt, das die Wohnung der Familie unangemeldet besuchte.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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