Panorama

Seit Monaten in Sussex bedroht Philosophin wirft nach Gender-Streit hin

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Auf dem Gelände der Universität Sussex in Brighton.

(Foto: imago images/Jim Stephenson/VIEW)

Die britische Philosophin Kathleen Stock wird monatelang von Genderaktivisten bedroht und bedrängt. Die Polizei rät ihr sogar, Leibwächter zu engagieren. Nun gibt sie ihre Professur in Sussex auf. Die Gleichstellungsbeauftragte der Londoner Regierung stellt sich an ihre Seite.

Nachdem die britische Professorin Kathleen Stock sich von Transgender-Aktivisten zum Rücktritt gedrängt sah, hat die britische Regierung der Philosophin den Rücken gestärkt. "Ich denke nicht, dass sie ihren Job verlieren sollte", sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Regierung, Kemi Badenoch, dem Sender Sky News.

Transgender-Aktivistinnen und -Aktivisten werfen Stock Diskriminierung vor. Sie hatte gesagt, dass Menschen nicht ihr biologisches Geschlecht ändern könnten und der transaktivistischen Vorstellung widersprochen, dass Geschlechtsidentität in Fragen von Gesetz und Politik den Ausschlag gebe. Stock habe jedes Recht, ihre Meinung zu vertreten, sagte die Londoner Gleichstellungsbeauftragte. Die Professorin der Universität Sussex in Brighton sei damit vermutlich im Einklang mit der Mehrheit der Bevölkerung. Sie sei entsetzt über die Entwicklung.

Stock hatte am Donnerstag ihren Rücktritt angekündigt. Sie und ihre Familie machten seit Jahren eine "wirklich furchtbare Zeit durch", begründete sie ihren Schritt. Vermummte Studenten, die sie der Transphobie beschuldigen, jubelten nach ihrem Rücktritt mit dem Lied "Ding Dong, the Witch is Dead" aus dem Film "Der Zauberer von Oz", berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Universität rügt "Intoleranz"

Ihre Universität kritisierte die Anschuldigungen. Die Intoleranz gegen Stock stehe "in direktem Gegensatz zu den grundlegendsten Prinzipien der Wissenschaft", hieß es von der Uni. Zuvor hatten Studierende bei einem Protest mit Plakaten und Graffiti ihren Rauswurf gefordert. Maskierte entrollten Banner, auf dem "Stock Out" zu lesen war und eine jüngst gegründete Instagram-Gruppe versammelte in kürzester Zeit 1000 Follower, um der Sache Nachdruck zu verleihen. Die Polizei riet der Verfolgten dringend, zu Hause eine Videoüberwachung einzurichten und auf dem Campus Leibwächter in Erwägung zu ziehen, schrieb die Zeitung.

Die Philosophin Stock vertritt Positionen des genderkritischen Feminismus, der im akademischen Rahmen die Grundüberzeugungen des Gender-Paradigmas angreift. Sie widerspricht der Vorstellung, dass es eine Geschlechtsidentität in Form eines inneren Gefühls gebe, der das biologische Geschlecht ohne medizinischen Befund anzupassen sei. Ihr Buch "Material Girls: Why Reality matters for feminism" erschien im Mai. Darin greift Stock auch die einflussreiche Gender-Theoretikerin Judith Butler an.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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