Panorama

Einreise nur mit Negativtest Polen kontrolliert künftig an deutscher Grenze

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Bereits im Frühjahr 2020 gab es an der deutsch-polnischen Grenze Corona-Kontrollen.

(Foto: imago images/Marcel Lorenz)

Polen steuert auf die dritte Corona-Welle zu. Dabei hatte das Land erst in vielen Bereichen die strikten Maßnahmen gelockert. Auswirkungen hat das zunächst auf den Grenzverkehr - von den angekündigten Kontrollen sind auch Deutsche betroffen.

Für eine Einreise nach Polen könnte der Warschauer Regierung zufolge schon bald ein negativer Corona-Test notwendig werden. Diese neue Regelung sei für Ende der Woche geplant, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski dem Sender TVN. Wer an der Grenze ein negatives Testergebnis vorlege, müsse sich nach der Einreise nicht in Quarantäne begeben.

"Das Testen wird eine Standardprozedur. Wir werden sehen, ob es Ausnahmen in dem Bereich geben wird", sagte Niedzielski. Die Grenzpolizei brauche 48 Stunden, um "operationsfähig" zu sein. Daher könne er den genauen Starttermin noch nicht nennen. Auf deutscher Seite verlangt das Land Brandenburg bereits seit Längerem bei der Einreise einen negativen Corona-Test, kontrolliert wird aber nur stichprobenhaft. Ausnahmen gelten unter anderem für Berufspendler.

Der polnische Gesundheitsminister erklärte zudem, das Land stehe am Beginn einer dritten Welle, die wahrscheinlich Ende März oder Anfang April ihren Höhepunkt erreichen dürfte. Neue umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie seien in den kommenden Wochen nicht geplant. Zuletzt wurden Beschränkungen unter anderem für Kinos, Theater, Hotels und Skigebiete gelockert. Seitdem steigen in Polen die Infektionszahlen.

An den Wochenenden pilgern viele Menschen zu den Skipisten rund um den polnischen Wintersportort Zakopane. "Ganz Polen kommt hierher nach Zakopane, und leider müssen wir erleben, dass eine große Gruppe unter den Besuchern sich nicht an die Corona-Maßnahmen hält", sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Man habe seit Freitagnachmittag mehr als hundert Bußgelder verhängt.

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Zakopane ist ein beliebter Ferienort am Fuße des Tatra-Gebirges. Vor einer Woche war es dort zu Party-Exzessen auf der Einkaufs- und Vergnügungsmeile Krupowki gekommen. Anders als in den Nachbarländern Slowakei und Tschechien laufen in Polen die Skilifte wieder. Die Hotels dürfen mit halber Kapazität öffnen.

Das Gesundheitsministerium in Warschau meldete am Montag 3890 bestätigte Corona-Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie gab es landesweit mehr als 1,6 Millionen nachgewiesene Infektionen und mehr als 42.000 Todesfälle. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Die deutsche Bundesregierung hatte das Nachbarland zum Risikogebiet erklärt.

Quelle: ntv.de, mba/rts/dpa