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Neue Dimension der Kriminalität Polizei: Geldautomat-Knacker riskieren Tote

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Potenziell tödliche Druckwelle: Blick in den Vorraum einer Bank in Langenhagen nach dem Spreng-Angriff auf einen Geldautomaten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das schnelle Geld scheint zum Greifen nah: Mit Spreng-Attacken auf Geldautomaten versuchen Kriminelle, die Sicherheitsvorkehrungen der Banken zu überwinden. Dabei gehen sie nach Einschätzung von Experten "absolut rücksichtslos" vor.

Die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten in Deutschland ist einem Bericht zufolge deutlich gestiegen. Bundesweit seien im vergangenen Jahr 369 Fälle registriert worden, meldete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Daten des Bundeskriminalamts (BKA). Gegenüber dem Vorjahr entspreche dies einem Anstieg um 38 Prozent.

Zugleich erreichten die Attacken auf Geldautomaten den höchsten Stand seit zehn Jahren. In etwas mehr als einem Drittel der Fälle des Jahres 2018 konnten die Täter die Hülle der Automaten aufbrechen. 137 Geldautomaten seien gesprengt worden, heißt es. In 232 Fällen seien die Angreifer an den robusten Sicherheitsvorkehrungen gescheitert.

Die Täter gingen "absolut rücksichtslos" vor, fasste der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, seine Eindrücke zusammen. "Die Taten sind nicht nur für die Gebäude, sondern auch für die Menschen hoch gefährlich, die sich zufällig im Umfeld der Explosionen aufhalten", sagte Fiedler.

Bei der Polizei gibt es demnach die ernste Besorgnis, dass es bei versuchten Automatensprengungen bald schon zu Verletzten oder gar Toten kommen könnte. Bei ähnlichen Attacken auf Fahrkartenautomaten, bei denen die Täter ein Gasgemisch ins Innere leiten, um es dann zu zünden, kam es bereits mehrfach zu Personenschäden. Das Problem der Sprengung von Geldautomaten, so Fiedler, habe die Polizei leider "nicht nachhaltig" im Griff.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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