Panorama

Nazis in der Einsatzzentrale Polizei enttarnt rechtsextreme Feuerwehrleute

60044610.jpg

"Rechtsextremismus hat keinen Platz in der Feuerwehr Hamburg", erklärte Feuerwehrchef Schwarz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mehrere Mitarbeiter der Hamburger Feuerwehr installieren einem türkischen Kollegen eine Hakenkreuz-Flagge auf dem Bildschirm. Ein anderer verbreitet derweil rassistische Inhalte in rechtsextremen Chatgruppen. Die Feuerwehr der Hansestadt bemüht sich um Schadensbegrenzung.

Bei der Hamburger Feuerwehr gibt es mehrere Rechtsextremismus-Verdachtsfälle. In einem Fall habe ein Beamter der Feuerwehr in sozialen Medien Rechtsextremisten unterstützt und dort mehrfach rassistische Inhalte verbreitet, teilte die Feuerwehr mit. Ihm sei umgehend das Führen der Dienstgeschäfte verboten und disziplinarische Ermittlungen seien eingeleitet worden. In einem zweiten Fall sollen fünf Feuerwehrangehörige verfassungswidrige Symbole ausgetauscht haben. Gegen sie seien ebenfalls Ermittlungen eingeleitet worden.

Aufgeflogen sind die mutmaßlichen Rechtsextremisten laut Feuerwehr durch Hinweise des Verfassungsschutzes sowie durch die erst im vergangenen November beim Landeskriminalamt eingerichtete Meldestelle für rechtsextremistische Bestrebungen.

Einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" zufolge soll der suspendierte Feuerwehrmann in der Whatsapp-Gruppe "Asgards Wölfe" aktiv gewesen sein, deren Mitglieder rechtsextreme Thesen verbreiten. Im zweiten Fall sollen dem Bericht zufolge mehrere Beamte der Einsatzzentrale einem türkischen Kollegen in einem unbeobachteten Moment eine Hakenkreuzflagge als Bildschirmhintergrund auf den Rechner gespielt haben.

"Rechtsextremismus hat keinen Platz in der Feuerwehr Hamburg", erklärte Feuerwehrchef Christian Schwarz. "Wir sind alle aufgefordert, nicht nur nicht wegzusehen, sondern aktiv einzuschreiten, sollte es Grenzüberschreitungen Einzelner gegenüber anderen Angehörigen der Feuerwehr Hamburg oder auch Dritten geben." Dies gelte für persönliche Übergriffe und auch für Attacken in sozialen Medien oder Messenger-Gruppen. Die Feuerwehr Hamburg ist mit rund 2900 Beschäftigten die zweitgrößte Deutschlands.

Quelle: ntv.de, hny/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.