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Bericht über Details im Fall Peggy Polizei glaubt nicht an Wald als Tatort

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Der Fundort der Leiche bei Rodacherbrunn (Saale-Orla-Kreis) ist weiträumig abgesperrt.

(Foto: dpa)

Nach dem Fund von Skelett-Teilen in einem Waldstück in Thüringen sprechen die Indizien dafür, dass es sich bei der Leiche um die seit 2001 vermisste Peggy handelt. Dass das Mädchen auch am Fundort ermordet wurde, glauben die Ermittler dem BR zufolge aber nicht.

Im Fall der vor 15 Jahren verschwundenen Peggy aus Oberfranken mehren sich die Hinweise, dass es sich bei der in einem Waldstück in Thüringen gefundenen Kinderleiche tatsächlich um das 2001 verschwundene Mädchen handelt. Nach Informationen des MDR soll es sich bei den Gegenständen, die bei dem Skelett gefunden wurden, unter anderem um eine Uhr handeln, die vermutlich Peggy gehörte. Eine DNA-Analyse soll Gewissheit über das Schicksal des Mädchens bringen. Allerdings dauert dies länger, als die Staatsanwaltschaft zunächst angenommen hatte. Hinweise auf die Todesursache liegen nach Angaben der Behörden bisher nicht vor.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass der Fundort der Leiche nicht auch der Tatort ist. Eine seit 2012 bestehende Ermittlungsgruppe "Peggy" sei zur "Sonderkommission Peggy" aufgestockt worden, wie es weiter hieß. "Wir ermitteln im Augenblick gegen unbekannt", erklärte Oberstaatsanwalt Herbert Potzel."Das Verfahren wird mit Hochdruck geführt."

In der Heimatstadt des Mädchens sind die Erwartungen an neue Hinweise auf den Täter entsprechend hoch. Bürgermeister Holger Knüppel sagte im BR: "Wenn sich dieser Verdacht bestätigt, wäre das auch eine gewisse Entlastung für Lichtenberg. Denn damit hätten die Ermittler neue Ansatzpunkte und der Fall könnte nun doch endlich gelöst werden." Derweil erklärte die Anwältin von Peggys Mutter, Susanne Knobloch, der "Bild"-Zeitung, man werde sich erst zu dann zu dem Fund äußern, wenn "das endgültige DNA-Ergebnis vorliegt".

Ein Pilzsammler hatte am vergangenen Samstag die Überreste eines Kinderskeletts entdeckt – nach MDR-Informationen soll es sich um Kopf und Teile des Oberkörpers handeln. Weil sie offenliegend am Waldboden gefunden wurden, gehen die Ermittler davon aus, dass Wildtiere die Witterung aufgenommen und das Skelett teilweise ausgegraben haben. Bereits am Montag hatten die Behörden bekannt gegeben, dass die Skelett-Teile "höchstwahrscheinlich" von der Neunjährigen stammen.

Viele Fragen sind noch offen

Peggy war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Seitdem fehlte von dem Mädchen jede Spur. Sollten die gefundenen Knochen tatsächlich von dem Mädchen stammen, stehen die Ermittler vor einer Fülle offener Fragen. Ist das Mädchen einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen oder kommt auch ein Unfalltod infrage? Wenn es Mord gewesen sein sollte, lässt er sich nach so vielen Jahren noch sicher nachweisen? Nach der DNA-Analyse steht eine intensive Auswertung der zahlreichen Spuren an, die am Fundort gesichert wurden. "Das Ganze dauert sicherlich noch eine Zeit an", sagte ein Polizeisprecher.

Ein Jahr nach dem Verschwinden hatten die Ermittler einen geistig behinderten Nachbarn als Tatverdächtigen präsentiert. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht habe, hieß es damals. DerMann wurde 2004 wegen Mordes verurteilt, 2014 jedoch in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Die Ermittlungen waren beständig weitergeführt worden, doch auch andere Spuren hatten bislang keinen Durchbruch gebracht.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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