Panorama

In Deutschland aktiv Polizei hebt Einbrecherclan aus

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Die Polizei kommt der kriminellen Großfamilie bereits 2016 bei der Festnahme dreier junger Einbrecherinnen auf die Spur.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Münchner Polizei gelingt ein Schlag gegen eine kriminelle Großfamilie. Es wird vermutet, dass nahezu jeder fünfte Einbruch in Deutschland auf das Konto dieses Clans geht. Einbrecherinnen seien regelrecht zwischen den Familien "ausgeliehen" worden.

Die Münchner Polizei hat einen Einbrecherclan ausgehoben, der zeitweise womöglich für jeden fünften Einbruch in Deutschland verantwortlich war. Im Zuge der Ermittlungen habe es außer in München in Gelsenkirchen, Münster, Villingen-Schwenningen, Hannover und Frankfurt am Main sowie in Spanien und Kroatien Festnahmen gegeben, so die Polizei. Insgesamt wurden einem Polizeisprecher zufolge etwa 20 Menschen festgenommen, dabei handle es sich aber nur um einen Teil der Verdächtigen.

Die Mitglieder des durch Verwandtschaft oder Heirat verbundenen osteuropäischen Clans bestritten Teile ihres Lebensunterhalts demnach durch Einbrüche und Diebstähle. Der von ihnen verursachte Schaden ist nach den Worten des Polizeisprechers in Millionenhöhe anzusetzen.

Dem Polizeibericht zufolge führte ein Treffer von zwei Zivilbeamten zu dem Clan. Diese beobachteten demnach im Januar 2016 drei Mädchen, die schnell, geschickt und mit dem passenden Werkzeug eine Haustür aufbrechen wollten. Bei der Festnahme der Heranwachsenden hätten die Ermittler gefälschte Papiere gefunden, beide seien dann aber doch rasch der Großfamilie zuzuordnen gewesen.

Laut Münchner Polizei brachen die Mitglieder der kriminellen Großfamilie europaweit in Häuser und Wohnungen ein. Allein in München seien ihnen 13 Einbrüche zuzurechnen. Dazu kämen in der Region um München sowie in ganz Deutschland viele weitere Taten. "Wir gehen davon aus, dass diese Gruppierung in Deutschland während der Dauer der Ermittlungen für nahezu jeden fünften Einbruch in Frage kommen kann", sagte Kommissariatsleiter Reinhold Beckmann.

Der Clan habe dabei eine klare Hierarchie. Drahtzieher und Vermögensverwalter lebten im Ausland, Wohnungsgeber in Deutschland. Dann gebe es Helfer bei der Logistik, etwa beim Stellen von Autos. Bei den Einbrechern selbst handle es sich meist um Mädchen. Die jugendlichen Einbrecherinnen seien teilweise zwischen den einzelnen Familien der Großfamilie für Straftaten "ausgeliehen" worden, so Beckmann.

Das erbeutete Geld sei nach Kroatien geflossen. Dort habe die Staatsanwaltschaft München I Anfang Mai bei einem Zugriff mit der Polizei in zwei Villen nicht nur zwei mutmaßliche Bandenoberhäupter gefasst, sondern auch Schmuck und andere Gegenstände im Wert von rund 100.000 Euro sichergestellt. Die Polizei will nun das Diebesgut den Besitzern wieder zukommen lassen, im Internet sollen Bilder von Schmuck und Uhren veröffentlicht werden.

Ob dem Verbrecherclan damit das Handwerk gelegt ist, scheint allerdings zweifelhaft. Ein Polizeisprecher sprach von schwierigen Ermittlungen, es müsse jede Tat einzeln nachgewiesen werden. Die Ermittlungen seien auch noch lange nicht abgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, teb/AFP