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In Berlin erschossen Polizei nach Tod von Clan-Mitglied alarmiert

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Auf das Opfer wurden mehrere Schüsse abgegeben.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Nähe des Tempelhofer Feldes in Berlin-Neukölln wird auf einen 36-Jährigen geschossen. Die Täter sind auf der Flucht. Da es sich bei dem Opfer um ein Clan-Mitglied handeln soll, reagiert die Polizei mit einem Großeinsatz.

Die Berliner Polizei hat mit einem Großeinsatz auf den Tod eines 36-Jährigen reagiert. Nach übereinstimmenden Medienberichten war am Sonntagabend ein Berliner Clan-Mitglied auf offener Straße in der Nähe des Tempelhofer Feldes in Neukölln erschossen worden. Bei dem Opfer soll es sich um Nidal R. handeln. Der Libanese soll im Umfeld von Arafat Abou-Chaker, einem Rivalen des Rappers Bushido, aktiv gewesen sein.

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Zahlreiche aufgebrachte Angehörige versammelten sich vor dem Krankehaus, in dem das Opfer verstarb.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wie die Berliner Tageszeitung "Tagesspiegel" berichtet, war R. schon in den 90er-Jahren als Berlins schlimmster Intensivtäter bekannt. Er soll schon 80 Einträge in seiner Polizeiakte vorgewiesen haben, bevor er überhaupt strafmündig war. Immer wieder sei er auch als Autoraser aufgefallen.

Erst vor wenigen Monaten hat R. nach Informationen der "Bild"-Zeitung eine Haftstrafe abgesessen. Am Sonntag soll er mit seiner Frau unterwegs gewesen sein, als plötzlich auf ihn geschossen wurde. Zwei Kugeln trafen ihn im Arm, eine im Oberkörper. Der zunächst lebensgefährlich verletzte Mann wurde am frühen Abend in ein Krankenhaus gebracht, wo er später starb, wie die Polizei bestätigte. Bereits 2010 war in Neukölln auf R. geschossen worden.

Die Polizei leitete als Reaktion auf die aktuelle Tat einen Großeinsatz ein, da mögliche Racheakte aus dem Clan-Milieu der Hauptstadt verhindert werden sollten. Zahlreiche Beamte waren vor dem Benjamin Franklin Klinikum stationiert, um das Gebäude zu bewachen. Rund 150 Menschen hatten sich Polizeiangaben zufolge vor dem Krankenhaus versammelt, nachdem der 36-Jährige dort eingeliefert worden war. Medien berichteten über trauernde und aufgebrachte Angehörige und Freunde des Erschossenen. Die Polizei bat auf Twitter darum, nicht zur Klinik zu kommen. "Es darf heute Nacht niemand zu ihm."

Video soll Tat zeigen

Entgegen erster Informationen gab es bislang keine Festnahme. Mehrere Menschen sollen mit einem Auto vom Tatort geflüchtet sein. Die Polizei hatte zuvor getwittert, dass ein Tatverdächtiger festgenommen worden sei. Bei einem Kapitalverbrechen könne in den ersten Stunden alles drunter und drüber gehen, so ein Polizeisprecher. Die Information sei aber sofort korrigiert worden. Noch gebe es keine heiße Spur, wer hinter der Tat steckt.

Der "Tagesspiegel" berichtete von einem Video, das auf Facebook aufgetaucht sei. Darin sind zwei am Boden liegende Verletzte zu sehen. Der Clip soll mit einem Handy am Tatort aufgenommen worden sein. Ein Polizeisprecher bestätigte dem Blatt, dass es ein Video im Internet gebe, dessen Inhalt nun geprüft werde. Bislang hätten die Ermittler jedoch keinen Clip gefunden, auf dem die Tat zu sehen ist. Entsprechende Gerüchte soll es am Sonntagabend im Milieu gegeben haben.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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