Anwältin in Kanzlei erschossenPolizei nimmt 79-Jährigen fest

Zeugen hören die Schüsse und alarmieren die Polizei. Die Beamten finden in einem Anwaltsbüro eine tote Frau. Nun ist ein Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden.
In einer Anwaltskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern ist am Mittag eine Frau erschossen worden. Wahrscheinlich handelt es sich um die dort ansässige Rechtsanwältin, wie die Staatsanwaltschaft in Waren an der Müritz wenige Stunden später mitteilte. Endgültige Klarheit zur Identität und zur Todesursache werde nach der Obduktion erwartet. Der Täter war zunächst auf der Flucht. Die "Schweriner Volkszeitung" (SVZ) berichtet, die Polizei habe inzwischen einen 79 Jahre alten Mann als "dringend tatverdächtig" gestellt.
Bei seiner Festnahme in der 10. Etage eines Hochhauses habe er keinen Widerstand geleistet, hieß es in dem Bericht. Auf Bildern der Zeitung ist zu sehen, wie Polizisten einen Mann abführen, der seinen Kopf mit einer Jacke bedeckt. Nach der Tatwaffe werde weiter mit Spürhunden gesucht. Polizei und Staatsanwaltschaft in Mecklenburg-Vorpommern haben bislang keine Details zu dem Fall bekannt gegeben. "Wir prüfen und werden uns am Morgen dazu äußern", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Die Tat ereignete sich den bisherigen Ermittlungen zufolge zwischen 11.30 und 12.00 Uhr. Mitarbeiter eines Versicherungsbüros im Erdgeschoss des Geschäftshauses hörten drei Schüsse aus den Räumen der 67-Jährigen und alarmierten die Polizei. Sie sahen einen Mann fliehen. An der folgenden Fahndung waren rund 30 Beamte beteiligt, einige von ihnen trugen Maschinenpistolen. Über der Warener Innenstadt kreiste ein Hubschrauber, an den Ausfallstraßen wurden Fahrzeuge kontrolliert. Für die Bevölkerung sah die Polizei keine Gefahr.
Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler betonte, dass die Ermittlungen noch am Anfang stünden. "Gegenwärtig sind Beamte der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg, der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg und Angehörige des Rechtsmedizinischen Instituts Greifswald vor Ort und führen die erforderlichen ersten Ermittlungsmaßnahmen durch", erklärte er. Nachbarn beschrieben den Tatverdächtigen laut "SVZ" als Einzelgänger. Die getötete Anwältin warb für sich mit den Schwerpunkten Erb-, Familien- und Verkehrsrecht.