Panorama

SEK-Beamter verletzt "Reichsbürger" schießt bei Razzia auf Polizisten

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In Boxberg wurde ein SEK-Beamter bei einer Razzia verletzt.

(Foto: picture alliance/dpa/SDMG)

Am frühen Morgen durchsuchen Polizisten in Baden-Württemberg ein Anwesen. Plötzlich fallen Schüsse, ein Beamter wird verletzt. Laut den Behörden soll der Schütze der "Reichsbürgerszene" angehören.

Bei einem dramatischen Polizeieinsatz in Boxberg zwischen Heilbronn und Würzburg hat ein mutmaßlicher "Reichsbürger" auf SEK-Beamte geschossen. Ein Polizist wurde verletzt - nicht lebensgefährlich, wie eine Sprecherin mitteilte. Er wurde wohl am Bein getroffen. Spezialkräfte wollten das Gebäude in Baden-Württemberg am frühen Morgen unter die Lupe nehmen. Dabei seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Die Durchsuchung fand wegen des Verdachts des illegalen Waffenbesitzes statt.

Insgesamt wurden demnach sieben Menschen vorläufig festgenommen. Der Mann, gegen den sich die Polizeiaktion richtete, besaß einmal legal mindestens eine Waffe. Es habe eine Verfügung der Waffenbehörde gegeben, dass er sie abgeben müsse. Diese Verfügung sollte durchgesetzt werden.

Der mutmaßliche Haupttäter widersetzte sich der Festnahme. Ein politisch motivierter Hintergrund der Tat sei nicht ausgeschlossen, sagte die Sprecherin weiter. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl von der CDU sagte in Stuttgart: "Es liegen Hinweise vor, dass der mutmaßliche Täter der Reichsbürgerszene nahesteht oder ihr angehört."

Weitere Personen widerstandslos festgenommen

Nach Angaben der Polizei wurden in dem Anwesen weitere Personen, die sich dort aufhielten, widerstandslos und unverletzt festgenommen. Das Gebäude, das während des Einsatzes in Flammen aufging, ließen die Einsatzkräfte kontrolliert abbrennen. Löscharbeiten seien wegen möglicher akuter Gefährdungen nicht möglich gewesen. Polizei und Staatsanwaltschaft verwiesen unter anderem auf etwaige Munitionsbestände sowie freilaufende Hunde.

Laut dem Verfassungsschutz gibt es etwa 3300 Personen in dieser Szene in Baden-Württemberg. "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und ihres Rechtssystems, sprechen Politikern und Staatsbediensteten die Legitimation ab und verstoßen immer wieder gegen Gesetze.

Der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, sagte: "Seit Jahren beschäftigt die Polizei die zunehmende Gefahr, die von "Reichsbürgern" ausgeht." Die Tötung eines SEK-Beamten 2016 in Bayern komme in Erinnerung und zeige, mit welchem Gefahrenpotenzial man zu rechnen habe. Immer da, wo Waffen im Spiel seien, müssten die Alarmglocken läuten.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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