Panorama

"Wie in den USA" Polizeieinsatz in Stuttgart löst Tumulte aus

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Die Polizei benötigte 30 Streifenwagenbesatzungen, um die Situation zu kontrollieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Stuttgarter Polizisten überwältigen einen Mann, der wohl den Notruf missbraucht und sich dann gegen die Aufnahme seiner Personalien gewehrt hat. Währenddessen umringen mehrere Hundert Menschen den Schauplatz und werfen den Beamten Rassismus vor.

Ein junger Mann hat in der Stuttgarter Innenstadt einen großen Polizeieinsatz und Tumulte provoziert. Nach Polizeiangaben wählte der 18-Jährige in der Nacht zum Sonntag den Notruf und sagte, er sei angestochen worden. Als die ersten Streifenwagenbesatzungen eintrafen, stellten die Beamten fest, dass der junge Mann unverletzt war. Der 18-Jährige gab seinen Notruf laut Polizei als Spaß aus.

Als die Beamten seine Personalien wegen Vortäuschens einer Straftat aufnehmen wollten, hätten sich tumultartige Szenen entwickelt. Der junge Mann habe sich heftig gewehrt, sodass Polizisten ihn zu Boden brachten und ihm Handschellen anlegten, teilte die Polizei mit. Inzwischen seien mehrere Hundert Schaulustige aufgetaucht und hätten die Beamten eingekreist.

Die Polizisten seien unter anderem als Rassisten beschimpft worden. "Das sind ja schon Zustände wie in den USA", sei des Öfteren aus der Menge heraus zu hören gewesen, sagte ein Polizeisprecher laut "Stuttgarter Nachrichten". Rund 30 Streifenwagenbesatzungen seien nötig gewesen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Das Polizeipräsidium Stuttgart geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass der "18-jährige polizeibekannte Dunkelhäutige" die Situation absichtlich herbeigeführt habe. Zu seinem Motiv habe sich der Mann zunächst nicht weiter geäußert, sagte ein Sprecher. "Der Mann kam kurzfristig in polizeiliche Obhut, wurde dann aber wieder entlassen."

Vor einer Woche war der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA ums Leben gekommen. Der gewaltsame Tod löste auch Proteste in Deutschland aus, unter anderem in Berlin und München. In diesem Fall bestätigte die Polizei aber keinen Zusammenhang.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa