Panorama

Justizbeamte im VisierPolizeirazzien in Gefängnis und Wohnungen

14.07.2026, 10:28 Uhr
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In der JVA Rheinbach kooperierten die Justizbediensteten offenbar zu viel mit den von ihnen bewachten Insassen. (Foto: picture alliance/dpa)

Es ist ein peinlicher Fall für die Behörden. Schon wieder kommt es zu einer Razzia in einer Justizvollzugsanstalt. Die Bediensteten sollen Handys und Drogen in das Gefängnis geschmuggelt haben.

Die Polizei durchsucht seit dem Morgen Räume der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rheinbach sowie Wohnungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Hintergrund sind laut Polizei Bonn Ermittlungen gegen mehrere Justizbedienstete wegen Delikten im Amt. Ermittelt werde auch gegen Inhaftierte und ehemalige Inhaftierte.

Wie ein Sprecher der Bonner Polizei auf Anfrage sagte, gibt es Durchsuchungen in dem Gefängnis in Rheinbach, in Wohnungen in Köln, Euskirchen, Rheinbach und Siegburg sowie in Rheinland-Pfalz. Dort sind Wohnungen in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied betroffen.

Konkret sollen Beamte gegen Geld Handys und Drogen in die JVA geschmuggelt und an Insassen übergeben haben. Die verbotenen Gegenstände waren den Gefängnismitarbeitern laut den Ermittlungen draußen von Angehörigen oder Freunden übergeben worden.

Insgesamt sollten am Dienstag neun Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt werden. Sechs in Nordrhein-Westfalen und drei in Rheinland-Pfalz. Dabei suchte die Polizei nach Beweismitteln wie Handys. Festnahmen gab es zunächst offenbar nicht.

"Bestechungsabos" in JVA Euskirchen

Anfang Mai hatte die Polizei bereits Räume der nordrhein-westfälischen JVA Euskirchen durchsucht, wo gegen mehrere Bedienstete und ehemalige Häftlinge ermittelt wird. Die Gefängnismitarbeiter sollen unter anderem regelrechte "Bestechungs-Abos" verkauft haben, bei denen man gegen eine monatliche Bezahlung vor Kontrollen gewarnt worden sein soll.

In der JVA Euskirchen war auch das Innenleben von zwei elektronischen Generalschlüsseln verschwunden, deren Verbleib bislang nicht aufgeklärt werden konnte. Die Einrichtung in Euskirchen ist eine Anstalt des offenen Vollzugs, in Rheinbach dürfen die Häftlinge tagsüber nicht raus.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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