Acht Mitarbeiter unter VerdachtZwei Generalschlüssel von JVA Euskirchen verschwunden

Mitten in der Schmiergeldaffäre der JVA Euskirchen fällt auf, dass zwei Transponder des Gefängnisses ausgetauscht wurden. Mit den abhandengekommenen Schlüsseln lassen sich sämtliche Türen öffnen. Es fehlt jede Spur von ihnen.
Neue Enthüllungen um die JVA Euskirchen: Nach dpa-Informationen sind dort zwei elektronische Generalschlüssel verschwunden. Unbekannte haben dafür Transponder manipuliert und das Innenleben ausgetauscht. Nordrhein-Westfalens Justizminister Benjamin Limbach von den Grünen hat den Vorgang dem Vernehmen nach im vertraulichen Teil der Sondersitzung des Rechtsausschusses am gestrigen Dienstag dargelegt.
Demnach waren Unregelmäßigkeiten an der Schließanlage aufgefallen. Es kam heraus, dass ein Schloss der Justizvollzugsanstalt mit einem Feuerwehr-Transponder geöffnet worden war. Der sollte eigentlich mit weiteren Exemplaren in einem verschlossenen Koffer für den Notfall aufbewahrt bleiben.
Als man alle Transponder in dem Koffer untersuchte, kam heraus, dass bei zweien jeweils das Original-Innenleben verschwunden und gegen andere ausgetauscht worden war. Ob der Vorgang mit den Bestechungsvorwürfen gegen acht Bedienstete der JVA Euskirchen zusammenhängt, ist Teil der Ermittlungen. Es geht auch darum, herauszufinden, wo die Original-Transponder nun sind.
Die acht Gefängnismitarbeiter stehen im Verdacht, als Gegenleistung für das Gewähren von Hafterleichterungen Vorteile angenommen zu haben, wie Limbach im öffentlichen Teil der Sondersitzung des Rechtsausschusses sagte. Ermittelt werde zudem gegen drei ehemals dort inhaftierte Männer.