Panorama

Ihr drohen zehn Jahre Haft Polizistin nach tödlichem Schuss angeklagt

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Zehn Monate nach dem Tod von George Floyd kommt es in Minneapolis erneut zu Protesten - weil ein Schwarzer von einer Polizistin erschossen wurde.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Sie verwechselte angeblich Taser und Dienstwaffe: Eine Polizistin erschießt in den USA infolge einer Verkehrskontrolle den unbewaffneten Afroamerikaner Daunte Wright. Nun muss sie sich vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Nach der Tötung des Afroamerikaners Daunte Wright bei einem Polizeieinsatz in den USA wirft die Staatsanwaltschaft der verantwortlichen Beamtin Medienberichten zufolge Totschlag zweiten Grades vor. Das habe der zuständige Staatsanwalt Pete Orput im Bezirk Washington im US-Bundesstaat Minnesota am Mittwoch entschieden, berichteten unter anderem CNN und die "New York Times".

Der weißen Ex-Polizistin Kim Potter könnten damit bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe drohen. Totschlag zweiten Grades setzt "schuldhafte Fahrlässigkeit" voraus. Im deutschen Rechtsgebrauch entspräche der Tatbestand wohl eher der fahrlässigen Tötung. Potter wurde am heutigen Mittwoch festgenommen, wie die zuständige Polizeibehörde BCA mitteilte. Sie hatte am Dienstag ihre Kündigung eingereicht.

In der Stadt Brooklyn Center nördlich von Minneapolis war es nach dem Tod von Wright am Sonntag wiederholt zu Protesten und auch Ausschreitungen gekommen. Der 20-jährige Wright war laut Autopsie infolge eines Schusses in den Brustbereich gestorben. Der inzwischen zurückgetretene Polizeichef Tim Gannon hatte am Montag erklärt, er gehe davon aus, dass Potter den 20-Jährigen bei einer Verkehrskontrolle versehentlich angeschossen habe. Nach ersten Erkenntnissen habe sie statt eines Elektroschockers (Taser) irrtümlich ihre Pistole gezogen, sagte er.

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Der "New York Times" zufolge stand die 48-Jährige seit 26 Jahren im Polizeidienst. Die Polizisten kontrollierten Wright am Sonntag, weil die Zulassung seines Wagens abgelaufen war. Dabei haben sie festgestellt, dass eioin Haftbefehl gegen den unbewaffneten Mann bestand, und ihn festnehmen wollen.

Ein Video zeigt, wie sich Wright aus dem Griff der Beamten löst und wieder in sein Auto steigt. Eine Polizistin ruft daraufhin "Taser, Taser, Taser" - hat aber eine Pistole in ihrer Hand. Daraufhin ist ein Schuss zu hören. Wright hatte eine junge Tochter. Bei einer für seine Familie eingerichteten Spendenkampagne gingen bis heute bereits mehr als 600.000 US-Dollar ein.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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