#23WaysPromis prangern mit Video Polizeigewalt an

Einen Kapuzenpulli tragen, nach Hause laufen oder mit kaputtem Rücklicht fahren - das reichte in den vergangenen Monaten, um als Schwarzer in den USA von der Polizei getötet zu werden. 23 Stars prangern dies in einem Video an. Der Film verbreitet sich rasend.
In den USA haben sich 23 Prominente zusammen getan, um ein Video gegen Polizeigewalt und Rassismus aufzunehmen. Stars wie Rocklegende Bono, Sängerin Pink oder Rapper Pharrell Williams zählen 23 Gründe auf, die genügen, damit ein Schwarzer von der Polizei getötet wird.
Unter dem Hashtag "#23Ways" verbreitet sich der Clip rasend schnell im Internet. Der Schwarz-Weiß-Film wurde auf "Mic.com" veröffentlicht und schon binnen weniger Stunden mehr als 5 Millionen Mal angesehen. Bei Twitter postete das Medienunternehmen "Mic": "Wir haben uns mit Alicia Keys, Beyoncé und anderen zusammen geschlossen, um die 23 Weisen zu beleuchten, wie du getötet werden kannst, wenn du ein Schwarzer in Amerika bist."
Jeder Prominente berichtet von einem Opfer
Das Video kann als Reaktion auf die jüngsten Fälle von Polizeigewalt in den USA gesehen werden, bei denen 23 Afroamerikaner ums Leben gekommen sind. Die 23 Umstände, die die Prominenten aufzählen, stehen jeweils für die Geschichten und Schicksale der 23 Opfer. In dem Clip beschreibt jeder Star einen Fall, danach wird ein Foto des von der Polizei getöteten Opfers eingeblendet. Ohne Farbe, ohne Effekte und ohne laut zu sein - oder vielleicht gerade deshalb, soll das Video den Zuschauer offenbar nachdenklich stimmen.
"Im Auto deiner Freundin fahren, auf dem Rücksitz ein Kind", sagt Beyoncé. Philando Castle wurde in Minnesota im Auto seiner Freundin von der Polizei erschossen. "An einer Straßenecke Zigaretten verkaufen", erzählt die Sängerin Pink. Eric Garner wurde in New York beim gewaltsamen Anlegen von Handschellen während seiner Festnahme getötet. "Einen Kapuzenpulli tragen", beschreibt Rapper Pharrell Williams die Situation. Trayvon Martin wurde von einem Nachbarschaftswachmann aus angeblicher Notwehr erschossen.
"Wir fordern radikale Veränderungen"
"Mit einem kaputten Rücklicht fahren", "CDs vor einem Supermarkt verkaufen", "Augenkontakt aufnehmen", "Beim Autofahren den Blinker nicht setzen", "Nach Hause laufen, mit einem Freund" - die trivialen Gründe scheinen kein Ende zu nehmen. Dazu immer wieder die Bilder der Opfer. Sie wirken nett, sympathisch, harmlos. "Vor deiner Uni-Abschlussparty im Auto sitzen", sagt Sänger Lenny Kravitz. "Auf dem Weg zur Bibelstunde", zählt Rockstar Bono auf.
Gegen Ende des knapp drei Minuten langen Videos ist zu lesen: "Mit anderen Worten, dafür, dass du ein Schwarzer in Amerika bist und absolut nichts getan hast." Die Stars rufen eindringlich dazu auf, etwas zu unternehmen. Sängerin Alicia Keys verweist auf ihre Website "We are here", die sie bereits 2014 gründete. Wer auf die Seite gehe, mache US-Präsident Barack Obama und dem Kongress deutlich, dass die Zeit für einen Wandel reif sei. "Wir fordern radikale Veränderungen", so Keys. Alle Amerikaner hätten das gleiche Recht zu leben und nach ihrem Glück zu streben.