Panorama

Trauriger RekordRKI: Bereits fast 10.000 hitzebedingte Tote in diesem Jahr

30.07.2026, 09:03 Uhr
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Hitze führt sehr selten unmittelbar zum Tod. (Foto: picture alliance / Rene Traut Fotografie)

Die extremen Temperaturen in Deutschland haben dramatische Folgen. Schätzungen zufolge sind bereits Tausende an den Folgen der Wärme gestorben. Oft ist die Hitze aber nicht die alleinige Todesursache.

In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) deutschlandweit bereits fast 10.000 Menschen wegen hoher Temperaturen gestorben. Die geschätzte Zahl der hitzebedingten Sterbefälle bis zum 19. Juli liegt bei 9.800, wie aus dem entsprechenden RKI-Wochenbericht hervorgeht. Das ist mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Die meisten Hitzetoten in den vergangenen zehn Jahren gab es demnach 2018 - damals waren es im gesamten Jahr rund 8700.

Der Großteil der hitzebedingten Sterbefälle 2026 - mehr als 5.000 - geht dem RKI zufolge auf die heißen Tage in der zweiten Junihälfte zurück, als es im Zuge einer Hitzewelle deutschlandweit vielerorts zu Temperaturen um 40 Grad kam. Laut RKI gab es 2026 in der Zeit von Anfang April bis zum 12. Juli schätzungsweise 7.900 Hitzetote. Innerhalb der nun betrachteten Woche vom 13. bis 19. Juli kamen demnach 1.900 hinzu. 

Typischerweise gibt es laut RKI in Wochen mit einer mittleren Temperatur über 20 Grad deutlich höhere Sterblichkeitswerte als in kühleren Sommerwochen. Die Auswertung basiert auf 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In der Woche vom 13. bis 19. Juli lag die Wochen-Mitteltemperatur laut RKI bei 20,9 Grad. In zwölf Bundesländern seien mittlere Temperaturen über 20 Grad gemessen worden. 

Große Hitze ist besonders für ältere Menschen gefährlich. Von den Todesopfern durch die Hitze zählten 5.420 zur ältesten Altersgruppe ab 85 Jahre. In der Gruppe von 75 bis 84 Jahre starben 2.460 Menschen, in der von 65 bis 74 Jahre waren es 1.260 Menschen und jünger als 65 Jahre waren 630 Menschen. 

Dem RKI zufolge waren die vergangenen Hitzeperioden sehr unterschiedlich ausgeprägt. 2018 und 2019 waren die Jahre mit den bislang höchsten hitzebedingten Sterbefallzahlen mit jeweils 8700 beziehungsweise 6900 Hitzetoten. In den Jahren 2022 bis 2025 gab es geschätzt jeweils rund 2600 bis 4900 Hitzetote.

Hitze führt sehr selten unmittelbar zum Tod, in den meisten Fällen ist es die Kombination aus hohen Temperaturen und bereits bestehenden Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungen- oder Nierenerkrankungen, die zum Tod führt. Daher wird Hitze auf dem Totenschein nicht als die Todesursache angegeben und taucht auch nicht in der Todesursachenstatistik auf. Das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle wird daher mit Hilfe von statistischen Methoden durch den Vergleich der Zahl von Sterbefällen in Sommerwochen mit und ohne Hitze berechnet.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

Robert Koch-Institut