Panorama

Fast 50 Regionen über Obergrenze RKI meldet mehr als 5000 Neuinfektionen

Den Angaben des Robert-Koch-Instituts zufolge überschreiten in Deutschland mittlerweile 47 Regionen die kritische Marke von 50 Neuinfektionen. Demnach gibt es bundesweit innerhalb von 24 Stunden mehr als 5000 neue Corona-Fälle. Ein neuer Höchstwert seit April.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben laut dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Morgen (14. Oktober, 0 Uhr) erstmals seit April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt belief sich die Zahl laut RKI auf 5132. Das waren mehr als 1000 Fälle mehr als noch am Vortag. Der letzte Höchstwert seit April waren 4721 neu nachgewiesene Fälle am Samstag gewesen. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 2828 Neuinfektionen mitgeteilt.

Der bisherige Höchstwert an Neuinfektionen in Deutschland wurde mit 6294 am 28. März erreicht. So hoch wie aktuell waren die Zahlen zuletzt Mitte April. Allerdings sind die Werte nicht miteinander vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Das RKI schreibt zur momentanen Situation: "Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert."

Der Anteil der Covid-19-Fälle nehme in der älteren Bevölkerung leicht zu. Senioren gelten in der Regel als anfälliger für eine schwere Corona-Erkrankung als Jüngere. Die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation stieg zwar in den vergangenen Tagen merklich, ist aber weiterhin vergleichsweise niedrig. So wurden laut Daten des DIVI-Intensivregisters rund 620 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt, eine Woche zuvor waren es noch rund 450. Insgesamt sind demnach in Deutschland aber noch knapp 9000 Intensivbetten frei. Experten gehen generell davon aus, dass sich der Anstieg bei den Neuinfektionen erst einige Zeit später bei der Zahl der Schwerkranken und Toten niederschlägt.

Acht Berliner Bezirke liegen über der Obergrenze

Den Angaben des RKI zufolge überschreiten 47 Regionen die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das bedeutet einen Zuwachs von sieben Kreisen und kreisfreien Städten im Vergleich zum Vortag. Noch vor einer Woche hatten sieben Regionen die Obergrenze gerissen.

Unter den betroffenen Regionen befinden sich acht Berliner Bezirke, wobei Neukölln die bundesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 161,6 bestätigten Infektionen je 100.000 Einwohner aufweist. Die Hauptstadt selbst hatte gestern Abend eine Gesamt-Sieben-Tage-Inzidenz von 71,5 angegeben. Mit einem Wert über 40 liegen nun 33 Regionen nahe der kritischen Marke, allen voran der Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 49,8.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,18 (Vortag: 1,29). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Dienstag bei 1,20 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 334.585 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9677. Das waren 43 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 281.900 Genesene.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa