Panorama

Flutkatastrophe in Japan Regierung entsendet Tausende Helfer

Nach den schweren Überschwemmungen geht es in Japan ans große Aufräumen. Drei Menschen kommen zu Tode. Immer noch werden mehr als 20 Personen vermisst. Im Atomkraftwerk Fukushima laufen die Pumpen wieder normal.

3roc5404.jpg7345462492540358097.jpg

Schwere Zerstörungen in der Stadt Joso.

(Foto: dpa)

Bei den verheerenden Überschwemmungen in Japan sind drei Menschen ums Leben gekommen, mehr als 20 weitere werden noch vermisst. Allein in der schwer getroffenen Stadt Joso nördlich von Tokio galten mindestens 22 Menschen als vermisst, darunter zwei achtjährige Kinder, wie der Fernsehsender NHK unter Berufung auf die Behörden berichtete. Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima normalisierte sich die Lage nach Problemen am Vortag offenbar wieder.

Die 65.000-Einwohner-Stadt Joso war am Donnerstag überschwemmt worden, als ein Deich des Kinugawa-Flusses brach. Überflutet wurde ein Stadtteil mit 6500 Häusern. Auf dramatischen Fernsehbildern war zu sehen, wie ganze Häuser von den Wassermassen fortgeschwemmt wurden. Derweil wurden nach Regierungsangaben rund 5800 Helfer in die Überschwemmungsgebiete entsandt.

Auch in anderen Landesteilen gab es teils schwere Überschwemmungen und Erdrutsche durch die Regenfälle im Zuge des Taifuns Etau. In der Präfektur Miyagi trat ein Fluss über die Ufer und überschwemmte ein Wohngebiet. Viele Anwohner waren Medienberichten zufolge jedoch bereits in Sicherheit gebracht worden.

In der Stadt Kanuma nördlich von Joso kam eine 63-Jährige bei einem Erdrutsch ums Leben, in Miyagi wurde eine 48-Jährige tot aufgefunden. Laut Polizei kam zudem in der Stadt Nikko ein 25-Jähriger ums Leben, der eine verstopfte Entwässerungsanlage gesäubert hatte. Einen weiteren Vermissten gab es in einer nördlich von Joso gelegenen Präfektur. Die Behörden gingen noch von Hunderten wegen der Wassermassen in Gebäuden festsitzenden Menschen aus.

Fukushima-Pumpen nicht mehr überlastet

Die Unwetter weckten bei zahlreichen Menschen Erinnerungen an die Tsunamikatastrophe von 2011. "Ich fühle noch immer das Trauma", sagte eine Frau in einer Noteinrichtung in Minami Soma dem Sender NHK. Die Gegend war von der Katastrophe vor mehr als vier Jahren betroffen gewesen. "Ich war schon bereit, wegzulaufen, als die Evakuierungsanordnung kam", berichtete die Frau.

Die schweren Regenfälle führten auch zu Problemen im Atomkraftwerk Fukushima, das durch den Tsunami von 2011 schwer beschädigt worden war. Dort wurden die Entwässerungspumpen überschwemmt, nach Angaben des Betreibers Tepco gelangte dadurch erneut radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Nun teilte ein Sprecher mit, der Regen habe nachgelassen und die Pumpen seien nicht mehr überlastet.

Der Autohersteller Toyota musste seine Produktion an drei Standorten wegen der Unwetter vorübergehend einstellen. Die Werke wurden jedoch nicht beschädigt.

Naturkatastrophen sind in Japan keine Seltenheit, vor allem Taifune kommen häufig vor. Die Tsunamikatastrophe von 2011 ist allerdings beispiellos in der jüngeren Geschichte des Landes. Mehr als 18.000 Menschen kamen dabei ums Leben.

Quelle: ntv.de, wne/AFP