Panorama

Nach Amokfahrt in Münster Reul will Innenstädte nicht zubetonieren

Während die Ermittler in Münster weiter nach dem Motiv des Täters suchen, löst die Amokfahrt erneut eine Debatte über Betonpoller in deutschen Innenstädten aus. Doch der nordrhein-westfälische Innenminister Reul bezweifelt, dass Sperren die Sicherheit erhöhen.

Nach der Amokfahrt von Münster mit drei Toten gibt es erneut eine Debatte über mehr Sicherheit für deutsche Innenstädte. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul plädiert dabei allerdings für Gelassenheit. "Die Antwort kann nicht sein, das wir unsere Städte zubetonieren", sagt der CDU-Politiker. Es müsse nun viel mehr "klug" nachgedacht werden, wie Sicherheit erhöht werden könne. Auch müsse jede Stadt für sich entscheiden, ob Poller die Sicherheit in Innenstädten erhöhen können. "Es nutzt kein Poller, wenn jemand mit dem Messer herumläuft."

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte nach der Tat von Münster der "Bild"-Zeitung gesagt, dass Poller in Münster hätten helfen können. Die Behörden müssten die Aufstellung von Betonsperren "überall prüfen und wenn möglich verbessern".

Unterdessen setzen die Ermittler ihre Suche nach dem Motiv des Täters weiter fort. Dieses sei nach wie vor nicht geklärt, betonte Reul. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bereits am Sonntag darauf hingeweisen, dass es sich um eine persönlich motivierte Tat handeln könnte. Anhaltspunkte auf einen politischen Hintergrund gibt es nicht.

"Gründliche Ermittlungen"

Nach bisherigem Ermittlungsstand sei der Mann psychisch krank gewesen. Die Sicherheitsbehörden würden für die Ermittlungen noch viel Zeit benötigen. Der NRW-Minister bat die Öffentlichkeit um Geduld. Zwar gebe es einen Anspruch auf gründliche Informationen, es gebe aber auch einen Anspruch auf gründliche Ermittlungen, betonte Reul. Nach wie vor ist zudem weiter unklar, woher der 48-Jährige die Waffe hatte, mit der er sich nach der Tat erschoss. Einen Waffenschein habe er nicht besessen, so Reul.

Der Täter war am Samstagnachmittag in der Altstadt von Münster in Nordrhein-Westfalen mit seinem Campingbus in eine Restaurantterrasse gerast. Dabei wurden eine 51-jährige Frau und ein 65-jähriger Mann getötet, der Täter erschoss sich anschließend in seinem Auto. Die beiden Opfer sollen in keinem Verhältnis zueinander gestanden haben. Drei weitere Opfer schweben laut Krankenhaus noch in Lebensgefahr. Am Morgen hatte die Polizei zunächst von zwei Patienten gesprochen, die sich noch in Lebensgefahr befanden.

Quelle: ntv.de, jki/AFP/dpa