Panorama

Nach Tod von Andrew Brown Richter lehnt Antrag von US-Medien ab

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Andrew Brown starb am Mittwoch vergangener Woche.

(Foto: REUTERS)

Vergangene Woche stirbt im US-Bundesstaat North Carolina der Afroamerikaner Andrew Brown durch Polizeischüsse. Die Anwälte der Familie werfen den Beamten vor, ihn "hingerichtet" zu haben. Ein Richter lehnt nun die von US-Medien geforderte Veröffentlichungen der Videos des Vorfalls ab.

Nach der aufsehenerregenden Tötung eines Afroamerikaners durch die Polizei im US-Bundesstaat North Carolina werden Videoaufnahmen des Vorfalls zunächst nicht veröffentlicht. Richter Jeff Foster wies einen entsprechenden Antrag von US-Medien ab, doch sagte den Angehörigen die Sichtung mehrerer Aufnahmen in den kommenden Tagen zu. Er begründete die Entscheidung damit, dass die Sicherheit von gezeigten Personen gefährdet sowie eine unabhängige Untersuchung der Behörden gestört werden könne. Mit der Veröffentlichung wird in frühestens 30 Tagen gerechnet.

Der Afroamerikaner Andrew Brown war am vergangenen Mittwoch in der Kleinstadt Elizabeth City in North Carolina erschossen worden. Der Sheriff im Bezirk Pasquotank, Tommy Wooten, hatte erklärt, der Vorfall habe sich ereignet, als Beamte einen Durchsuchungsbefehl ausführten. Zum Hergang der Tat und zum Grund für den Durchsuchungsbefehl machte Wooten keine genauen Angaben.

Polizist bis auf Weiteres beurlaubt

Nach örtlichen Medienberichten soll der unbewaffnete Familienvater Brown während der Durchsuchung in sein Auto gestiegen sein und habe wegfahren wollen. Daraufhin sei geschossen worden. Der Vorfall wird nun von der zuständigen Behörde des Bundesstaats untersucht. Der Beamte, der die Schüsse abgab, ist nach Angaben der Polizei bis auf Weiteres beurlaubt.

Die Anwälte der Familie hatten die Polizei beschuldigt, den Mann "hingerichtet" zu haben. Sie erklärten, eine unabhängige Autopsie habe ergeben, dass Brown durch einen Schuss in den Hinterkopf gestorben sei. Insgesamt hätten ihn fünf Schüsse getroffen, während er im Auto saß. Vier Schüsse trafen demnach seinen Arm, der Schuss in den Hinterkopf sei schließlich tödlich gewesen. Brown habe nicht flüchten, sondern sich lediglich in Sicherheit bringen wollen, weil die Beamten auf ihn geschossen hätten. Er sei unschuldig.

Der Fall ereignete sich kurz nach dem aufsehenerregenden Schuldspruch gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd. Die Tötung des unbewaffneten 46-Jährigen vor knapp einem Jahr im Bundesstaat Minnesota hatte in den USA zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt geführt. Allein im vergangenen Jahr wurden in den USA laut einer Datenbank der "Washington Post" 243 Schwarze von der Polizei erschossen.

Quelle: ntv.de, nan/dpa

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