Panorama

Nach Razzia gegen Drogenhändler Rios Polizei hält Dokumente unter Verschluss

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Am frühen Morgen des 6. Mai führten die Polizei eine Razzia im Armenviertel Jacarezinho durch.

(Foto: dpa)

Gibt es etwas zu verbergen? Die Polizei in Rio de Janeiro erklärt, dass sie Dokumente über eine Razzia Anfang Mai für fünf Jahre unter Verschluss halten will. Bei dem Einsatz kommen 29 Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Die Begründung ist vage, die Kritik entsprechend laut.

Die Polizei von Rio de Janeiro wird die Dokumente über einen der blutigsten Einsätze in der Geschichte der brasilianischen Metropole fünf Jahre unter Verschluss halten. Das berichteten Medien wie die Zeitung "Folha de S. Paulo" und die Nachrichtensendung "Jornal Nacional".

Bei den heftigen Gefechten zwischen mutmaßlichen Mitgliedern von Drogenbanden und der Polizei in der Favela Jacarezinho Anfang Mai waren 28 Verdächtige und ein Beamter der Anti-Drogen-Einheit ums Leben gekommen. Das Armenviertel gilt als ein Stützpunkt des Verbrechersyndikats "Comando Vermelho" (Rotes Kommando). Konkret begründet wurde das Vorgehen seinerzeit damit, dass die Drogenhändler Minderjährige für ihre illegalen Aktivitäten rekrutiert hätten.

Nach der Razzia hatten damals Tausende auf Rios Straßen gegen das Vorgehen der Polizei demonstriert. Viele Demonstranten warfen den Beamten unter anderem Rassismus vor, da in dem Armenviertel hauptsächlich nicht-weiße Brasilianer leben würden.

Will die Polizei etwas verbergen?

Die Polizei begründete laut dem Nachrichtenportal "G1" die Geheimhaltung nun damit, dass die Dokumente "Informationen vertraulicher Natur" enthielten und andere Ermittlungen gefährden könnten. Menschenrechts- und Anwaltsorganisationen kritisierten dieses Vorgehen. Es werde der Eindruck erweckt, dass die Polizei Informationen von öffentlichem Interesse verbergen wolle.

Im vergangenen Juli hatte der Oberste Gerichtshof in Brasília Polizeieinsätze in Favelas während der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese sind nur in "absoluten Ausnahmefällen" erlaubt. Die Polizei Rios will den Berichten zufolge auch alle andere Dokumente über Operationen in den vergangenen zwölf Monaten unter Verschluss halten.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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