Panorama

Bewohner sprechen von Massaker Totenzahl nach Razzia in Favela steigt

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(Foto: REUTERS)

Mit einem Großaufgebot rücken Einsatzkräfte der Polizei in das Armenviertel Jacarezinho in Rio de Janeiro ein. Die Razzia richtet sich gegen Drogenhändler, die beschuldigt werden, Minderjährige für ihre illegalen Geschäfte zu rekrutieren. Es wird die blutigste Polizeiaktion in der Geschichte der Stadt.

Nach einem der blutigsten Polizeieinsätze in der Geschichte der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro ist die Zahl der Toten auf mindestens 28 gestiegen. Dies berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf die Polizei. Demnach handelte es sich bei den Opfern um 27 Verdächtige und einen Beamten der Anti-Drogen-Einheit.

Zuvor hatte es geheißen, mindestens 25 Menschen, unter ihnen 24 Verdächtige, seien bei heftigen Gefechten zwischen mutmaßlichen Mitgliedern von Drogenbanden und der Polizei in der Favela Jacarezinho getötet worden. Die drei weiteren Personen sind nach Angaben der Nachrichtenagentur "Agência Brasil" im Krankenhaus an ihren Verletzungen gestorben.

Nach Angaben des Nachrichtenportals "G1", das Informationen der staatlichen Universität UFF und der App "Fogo Cruzado" (Kreuzfeuer) auswertete, die Daten über bewaffnete Gewalt sammelt, war dies die Polizei-Operation mit den meisten Toten in der Geschichte Rio de Janeiros.

Kampf um Drogen- und Schutzgeld

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Im Juli hatte der Oberste Gerichtshof in Brasília Polizei-Einsätze in Favelas während der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese sind nur in "absoluten Ausnahmefällen" erlaubt. Aktivisten und Angehörige von Opfern protestierten, der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Claudio Castro, verteidigte die Operation. "Die Landesregierung ist am meisten daran interessiert, die Umstände der Ereignisse in Jacarezinho aufzuklären", sagte Castro.

Die Favela Jacarezinho gilt als einer der Stützpunkte des "Comando Vermelho" (Rotes Kommando) im Norden Rios, den dieses unter anderem mit Barrikaden schützt. Mächtige Verbrechersyndikate wie das "Comando Vermelho" und eine Reihe kleinerer Banden ringen in den Armenvierteln um die Kontrolle von Drogenhandel und Schutzgeldgeschäft. Die Gewalt schwappt immer wieder auch auf andere Teile Rios über.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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