Panorama

Tempo-30-Zone in der CityRom versucht, Raser zu bremsen

15.01.2026, 11:47 Uhr
00:00 / 03:11
A-torchlight-procession-will-take-place-in-Rome-s-Piazza-dei-Navigatori-in-memory-of-Beatrice-Bellucci-the-young-woman-who-died-in-a-car-accident-on-October-24th
Im Oktober starb die 20-jährige Beatrice Bellucci als Unbeteiligte eines illegalen Wettrennens auf der Via Cristoforo Colombo. (Foto: picture alliance / ipa-agency)

Die italienische Hauptstadt schaltet einen Gang runter: Im Stadtzentrum Roms gilt jetzt Tempolimit 30. Die Maßnahme soll Menschenleben schützen.

Im Stadtzentrum von Rom darf ab sofort nur noch maximal mit 30 Stundenkilometern gefahren werden. Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung gilt vor allem im historischen Herzen der italienischen Hauptstadt, aber auch auf einigen breiteren Verkehrsadern entlang des Stadtkerns. Bisher galt die Begrenzung auf etwas weniger als der Hälfte der Straßen im Zentrum.

Hauptziel der Maßnahme ist die Reduzierung von Verkehrsunfällen und Senkung der Zahl der Verkehrstoten auf Null. Verkehrsdezernent Eugenio Patanè sagte, verschiedene Studien hätten gezeigt, dass die Senkung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer die Gefährlichkeit und die Schwere von Unfällen verringere. "Es ist daher keine ideologische Entscheidung", erklärte Patanè.

Außerdem habe sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Fußgänger - wahrscheinlich auch durch den Ansturm von Touristen, die die Stadt zu Fuß erkunden - erhöht, was neue Konzepte erfordere. "Wir haben die Pflicht, den Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem stärkeren Verkehrsteilnehmer und dem verletzlicheren zu verringern. So senken wir das Todesrisiko", sagte er.

Römer verbringen 76 Stunden im Stau

Die Ewige Stadt steht nach einem Bericht des Portals "Roma Today" auf Platz 17 der weltweit verkehrsreichsten Städte. Vor allem in der Hauptverkehrszeit sind die Straßen in vielen Gegenden überfüllt. Rund 76 Stunden verbrachten Römer im vergangenen Jahr durchschnittlich im Stau, hieß es laut "Roma Today" in einer Studie.

124 Menschen verloren im vergangenen Jahr im römischen Straßenverkehr ihr Leben. Zum Vergleich: In Berlin waren es laut der jüngsten Statistik 37. Besonders auffällig ist in Rom die hohe Zahl der getöteten Fußgänger. Im vergangenen Jahr waren es 60. Zebrastreifen werden von Autofahrern oft nicht respektiert, an kritischen Kreuzungen fehlen Fußgängerampeln und an den Autos schießen immer wieder Motorroller vorbei - deutlich schneller als mit Tempo 30 und in wenigen Zentimetern Abstand. Kritiker beklagen, dass das Tempolimit allein nicht ausreicht, auch wenn die Polizei angekündigt hat, sie wolle die Einhaltung verstärkt kontrollieren, zum Beispiel mit mobilen Blitzern. Fest installierte Geschwindigkeitskontrollen sind laut Gesetz in Tempo 30 Zonen verboten.

Bologna war die erste italienische Großstadt, in der seit 2024 auf den städtischen Straßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern gilt. Ausgenommen davon sind die Schnellstraßen in der Stadt in der Emilia-Romagna. Die Bilanz aus dem ersten Jahr mit der Regelung zeigt: Kein einziger Fußgänger starb im Jahr 2024 auf den Straßen Bolognas.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

TempolimitItalienVerkehrsunfälle