Panorama

Sicher, günstig, unzertifiziert Russlands Impfstoff ist (noch) nichts für Putin

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"Sputnik V" soll im kommenden Jahr für eine halbe Milliarde Menschen auf den Markt kommen.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff legt Russland bereits im Sommer vor, verzichtet bei "Sputnik V" aber zunächst auf eine finale Testphase. Präsident Putin lobt das Vakzin als "effektiv und ungefährlich". Das russische Staatsoberhaupt kann sich das Mittel jedoch nicht verabreichen lassen.

Der russische Corona-Impfstoff "Sputnik V" soll zu 95 Prozent wirksam sein. Präsident Wladimir Putin pries ihn jüngst als "effektiv und ungefährlich" an. Das russische Staatsoberhaupt wird den Impfstoff aber nicht selbst nehmen. Wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, könne Putin nicht als "Freiwilliger" an einer Impfaktion teilnehmen. "Das ist unmöglich. Der Präsident kann keinen unzertifizierten Impfstoff nehmen", sagte Peskow.

Auf eine Zertifizierung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wartet Russland bislang noch. Demnächst stünden laut WHO Studienergebnisse zu dem russischen Wirkstoff an. Erst danach könne eine Bewertung abgegeben werden, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Man sei "sehr, sehr erpicht" auf diese Daten.

Das Moskauer Gamaleja-Forschungszentrum hatte den Impfstoff entwickelt, der schon im Sommer zur breiten Verwendung in der Bevölkerung freigegeben wurde - gegen internationale Bedenken. Der Impfstoff mit den Namen "Sputnik V" wurde vor Beginn der - inzwischen gestarteten - Phase III klinischer Studien genehmigt.

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Russland will "Sputnik V" im kommenden Jahr für eine halbe Milliarde Menschen international auf den Markt bringen. Die Kosten sollen bei unter 20 Dollar für je zwei Impfdosen liegen, die pro Kopf nötig sind. Der Impfstoff soll unter anderem in Ungarn produziert werden, auch Indien, Brasilien und China haben sich schon angemeldet.

Die Corona-Lage in Russland ist derweil weiter ernst. Die Behörden meldeten aktuell 491 Tote - so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen lag bei mehr als 24.300. Die Situation werde immer komplizierter, sei aber kontrollierbar, sagte der Kreml-Sprecher.

Quelle: ntv.de, mba/dpa