Nach Flucht aus HamburgSEK nimmt Ex-Rockerboss in Nürnberg hoch

Ein einstiger Rockerboss wird in Hamburg verurteilt – doch nach einem Hin-und-Her um die Art seiner Strafe setzt er sich einfach ab. Es zieht ihn nach Süden, doch in Nürnberg ist die Polizei schlauer als er.
Der untergetauchte Ex-Boss der Hamburger Mongols-Rocker ist in Nürnberg verhaftet worden. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) Nordbayern nahm den mit Haftbefehl gesuchten 37-Jährigen am Samstagabend in der Nürnberger Innenstadt fest, wie ein Polizeisprecher in Hamburg sagte. Fahnder des Landeskriminalamts Hamburg hatten den ehemaligen Rocker-Chef zuvor lokalisiert.
Die Beamten hatten seit gut einer Woche nach dem Mann gefahndet. Er galt als wichtige Figur im Konflikt mit dem konkurrierenden Rocker-Club Hells Angels. Das Hamburger Amtsgericht hatte den 37-Jährigen erst vor knapp zwei Wochen wegen Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.
Der Richter hatte angekündigt, dass der Angeklagte nun mit einer Haftzeit von drei Jahren rechnen müsse; die Bewährung für eine frühere Haftstrafe werde voraussichtlich widerrufen. Dennoch sei die Strafe nicht so hoch, dass man davon ausgehen müsse, er werde sich ins Ausland absetzen. Der Ex-Rocker-Boss kam gegen Auflagen frei. Gegen das Urteil gingen Staatsanwaltschaft und Verteidigung in Berufung. Die Staatsanwaltschaft legte nach Angaben eines Gerichtssprechers zudem eine Beschwerde gegen die Aussetzung des Haftbefehls ein.
Daraufhin setzte das Landgericht den Haftbefehl wieder in Kraft. Der 37-Jährige tauchte jedoch unter - bis er nun in Bayern gefasst wurde. Zu den genauen Umständen der Festnahme konnte der Polizeisprecher am Sonntag zunächst keine Angaben machen. "Jetzt wird er nach Hamburg überstellt und kommt dort in Untersuchungshaft", erklärte der Sprecher.
Der ehemalige Rockerboss war Anfang Dezember 2015 bei einer spektakulären Polizeiaktion in Hamburg festgenommen worden. Im Oktober war unter seinem Lamborghini ein Sprengsatz detoniert, als er das Auto ausparken wollte. Nach Polizeiangaben hat sich die Rockergruppe Mongols in Hamburg vor einiger Zeit aufgelöst. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Mongols und Anhängern der in Hamburg verbotenen Hells Angels gegeben.