Panorama

Seltene ErkrankungBerliner Säugling an Meningokokken gestorben

10.02.2026, 16:20 Uhr
00:00 / 03:07
Ein-Rettungswagen-der-Berliner-Feuerwehr-faehrt-mit-Blaulicht-zum-Einsatz
(Foto: picture alliance/dpa)

Meningokokken-Bakterien treten in Deutschland selten auf, der Verlauf ist jedoch schwerwiegend. In Berlin erkrankt ein Säugling infolge einer Infektion am Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Die Ärzte können ihm nicht mehr helfen.

Ein etwa drei Monate altes Baby ist in Berlin an den Folgen einer Meningokokken-Infektion gestorben. Der Säugling sei am 24. Januar mit einem Hautausschlag und Bewusstseinstrübung in die Notaufnahme gekommen, heißt es in einem Bericht zu Infektionskrankheiten des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso). "Er entwickelte ein Waterhouse-Friderichsen-Syndrom und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus", so die Experten.

Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist eine besonders schwere Form des septischen Schocks, die laut Robert-Koch-Institut (RKI) in etwa einem Drittel der Fälle zum Tod führt. Zuvor hatte die Zeitung "B.Z." über den Todesfall berichtet.

Zudem sei drei Tage später ein dreijähriges Kind, das mit dem Säugling verwandt ist und laut Lageso engeren Kontakt zu dem Baby hatte, erkrankt. Das Kind habe Lageso zufolge eine Meningitis oder Hirnhautentzündung entwickelt und wurde auf der Intensivstation behandelt. Anschließend habe sich der Zustand des Kinds wieder stabilisiert. Familienangehörige sowie weitere Kontaktpersonen wurden vom zuständigen Gesundheitsamt informiert und mit einer sogenannten Chemoprophylaxe versorgt.

Wenige hundert Infektionen pro Jahr

Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden. Sie können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Die Erkrankungen sind laut RKI in Deutschland zwar sehr selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen. 2024 gab es nach RKI-Angaben 344 schwere Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland, 2025 bis Mitte September 227.

Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, und der Gesundheitszustand verschlechtert sich innerhalb weniger Stunden rapide. In Deutschland empfiehlt die Stiko seit 2024 für Säuglinge ab dem Alter von zwei Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B. Darüber hinaus wird seit Oktober 2025 standardmäßig für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren eine Impfung mit einem Impfstoff gegen die Serogruppen A, C, W und Y empfohlen.

Quelle: ntv.de, gri/dpa/AFP

ImpfungBerlinKrankenhausBakterienKrankheit