Panorama

Verdächtige "Pepsi" Schmuggler tarnen 48.000 Bierdosen

*Datenschutz

Riesencoup für den saudischen Zoll: Die Fahnder fangen an der Grenze ein Ladung Bierdosen ab, die mit dem Logo einer Softdrink-Marke überklebt sind. Im streng religiös geführten Saudi-Arabien ist Alkohol strikt verboten.

Der Alkohol-Schmuggel treibt am Persischen Golf merkwürdige Blüten: Eine ungewöhnliche Entdeckung deutet nun an, auf welchen Wegen verbotene Rauschmittel in den Wüstenstaat Saudi-Arabien gelangen.

An der Landgrenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten im Osten des Landes fingen Beamte einen Mann ab, der mit einer Ladung aus 48.000 Dosen einreisen wollte. Auf den ersten Blick wirkte die Lieferung unverdächtig. Die Etiketten wiesen den Inhalt als gewöhnliche Brause der Cola-Marke Pepsi aus, wie die "Washington Post" berichtet.

Bei näherem Hinsehen wurden die Zöllner jedoch stutzig: Tatsächlich enthielten die Getränkedosen gar keine Cola, sondern Bier der niederländischen Marke Heineken. "Ein Lkw wurde angehalten", beschrieb Grenzkontrolleur Abdulrahman al-Mahna den Vorfall. "Was zuerst aussah wie normale Dosen des Softdrinks Pepsi entpuppte sich bei der Standarduntersuchung der Produkte als alkoholisches Bier, beklebt mit Stickern mit dem Pepsi-Logo."

*Datenschutz

Ein Video des saudischen Zolls zeigt, wie überzeugend die Dosen verkleidet waren. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art, bei dem Schmuggler besonders erfinderische Maßnahmen ergreifen, um das saudische Alkoholverbot zu umgehen.

Wenige Monate zuvor wurde ein Mann an der Grenze zu Bahrain mit zwölf Flaschen Schnaps gefasst, die er in seine Hose eingenäht hatte. Vor kurzem fanden saudische Behörden circa 19.000 Flaschen an alkoholischen Getränken versteckt in Säcken voll Reis und Tomatenmark.

Haft oder Peitschenhiebe drohen

Der Schmuggel von Alkohol wird in Saudi-Arabien drakonisch bestraft. Egal ob Einheimischer oder Ausländer: Wer erwischt wird, muss mit einem langwierigen Prozess, Gefängnisstrafen oder Auspeitschungen rechnen. Zuletzt wurde zum Beispiel ein 74-jähriger Brite zu 350 Peitschenhieben verurteilt, weil er versuchte, illegal Wein in das Land zu bringen.

Der Mann kam erst nach umfangreichen diplomatischen Bemühungen frei. Premier David Cameron musste sich persönlich für ihn einsetzen. Bis zuletzt blieb unklar, ob die Behörden die Strafe vollstrecken. Ein Strafmaß von 350 Hieben gilt als lebensbedrohlich.

Aufhalten lässt sich der illegale Alkoholgenuss durch harte Strafen kaum: Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass der Alkoholkonsum in dem Land bei 0,2 Liter pro Kopf jährlich liegt und damit einer der niedrigsten der Welt ist. Allerdings wird der meiste Alkohol illegal konsumiert, was die Schätzungen der WHO verfälscht.

In Saudi-Arabien gilt die wahhabitische Prägung des Islam, eine strenge Auslegung des Koran, als Staatsreligion. Sie untersagt, sich mit Genussmitteln zu berauschen. Die strenge Rechtslage hielt wohlhabende Saudis jedoch nicht davon ab, rauschende Parties zu feiern, auf denen auch Alkohol und Drogen konsumiert worden sein sollen.

Quelle: n-tv.de, lsc

Mehr zum Thema