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Rund ums westliche Mittelgebirge  besteht die Gefahr von Glatteis bei Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad.
Rund ums westliche Mittelgebirge besteht die Gefahr von Glatteis bei Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 09. Februar 2018

Lupenreines Aprilwetter: Schneebedingungen so gut wie selten

Das strahlend schöne Winterwetter der ersten Februarwoche könnte bald ein Ende haben, wenn der Polarwirbel einen starken Wintereinbruch auslöst - inklusive Glatteis und stürmischen Winden. Zumindest Skifahrer können sich auf diese Aussichten freuen.

Das strahlend schöne Winterwetter der ersten Februarwoche könnte bald ein Ende haben, wenn der Polarwirbel einen starken Wintereinbruch auslöst - inklusive Glatteis und stürmischen Winden. Zumindest Skifahrer können sich laut n-tv Meteorologe Björn Alexander auf diese Aussichten freuen.

Zuletzt war es zumindest hier in Berlin nachts sehr kalt. Bleibt das auch am Wochenende so?

n-tv Meteorologe Björn Alexander wünscht den Karnevalisten Glück bei dem Aprilwetter.
n-tv Meteorologe Björn Alexander wünscht den Karnevalisten Glück bei dem Aprilwetter.

Björn Alexander: Definitiv nicht. Denn die Wetterlage stellt sich um und damit sind die mäßigen bis strengen Nachtfröste - also unter minus 5 bzw. unter minus 10 Grad - erst einmal vorbei. Allerdings geht auch das zum Teil strahlend schöne Winterwetter zu Ende.

Was heißt das?

Dass von Westen her die Tiefausläufer Anlauf nehmen. Der erste wird es am Samstag zwar noch nicht ganz bis in den Osten schaffen. Das nächste Tief am Sonntag rutscht dann allmählich bis in den Osten durch und damit wird es wechselhaft und teils windig bis stürmisch. Außerdem könnte es in einigen Landesteilen sehr glatt werden. Denn durch die kalte Zeit treffen die Niederschläge auf dem Weg nach Osten streckenweise auf gefrorene Böden.

Ist damit dann auch der Winter vorbei?

Das wäre eine sehr gewagte Prognose. Denn einerseits befinden wir uns klimatologisch mitten im Hochwinter. Andererseits sehen auch die Wettermodelle für die nächste Woche bis Ende Februar einigen Spielraum für eiskalte Comebacks. Bei den Computerberechnungen gab es bisher zwar auch mildere Varianten mit über 10 Grad Mitte nächster Woche am Rhein. Aber es gibt eben auch ganz andere Ansätze. Und die beginnen in den höheren Breiten der Nordhalbkugel, wo es zum Monatsende einen Split des Polarwirbels geben könnte.

Was passiert da genau?

Der Polarwirbel, der sich in der höheren Atmosphäre / Stratosphäre normalerweise dreht und dadurch auch die Tiefdruckaktivität vom Atlantik her bei uns antreibt, könnte den Berechnungen nach instabil, beziehungsweise durch ein Hochdruckgebiet geteilt werden. Wenn das tatsächlich so kommt, dann könnte das einen starken und auch nachhaltigen Wintereinbruch bei uns auslösen. Solche Szenerien, die auch mit einer vorübergehenden Erwärmung in der Stratosphäre einhergehen, gab es beispielsweise im März 2013 oder im Dezember 2010. Es ist also definitiv für Spannung in der Wetterküche gesorgt.

Wie sieht es denn eigentlich in den Skigebieten aus? Schließlich dürfte es in der Karnevalswoche wieder viele Menschen in die Alpen ziehen.

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Die Schneebedingungen sind so gut wie seit Jahren nicht mehr. An der Alpennordseite mit deutlich mehr Schnee als im langjährigen Durchschnitt. Das heißt in den Tälern bis in die Lagen um 1500 Meter etwa 0,5 bis 1,5 Meter Schnee. Oberhalb von 1500 liegen häufig 1,5 Meter bis über 3 Meter. Und auch an der Alpensüdseite sind die Bedingungen in Sachen Schnee überdurchschnittlich gut. Zumal mit dem Wetterwechsel vor allem auf der Alpennordseite auch immer mal Schneeschauer ran kommen werden.

Wie sieht es denn in Sachen Lawinengefahr aus?

Momentan oft Stufe 1 bis 2, vereinzelt auch 3 (von 5). Jedoch sollte man sich bei Skitouren sowieso immer kurzfristig kundig machen. Denn natürlich kann sich die Lawinensituation bei stärkeren Schneefällen rasch ändern.

Zurück zum Wetter für die Daheimbleiber. Wie sieht es am Wochenende aus?

Der Samstag verläuft im äußersten Osten freundlich und trocken. Ansonsten sind die Wolken zahlreicher und ab und an fällt Schnee oder Schneeregen. Vor allem rund um die westlichen Mittelgebirge bis nach Ostwestfalen und Niedersachsen bis herauf nach Schleswig-Holstein besteht stellenweise auch die Gefahr von Glatteis. Dazu erreichen die Temperaturen in Sachsen bis zu 6 Grad. Ansonsten werden es zwischen 0 und 5 Grad.

Was bringt uns der Sonntag?

Das nächste Tief kommt und wird dann auch bis in den Osten ziehen. Zuerst fällt Schnee, der später von Westen her in den tieferen Lagen in Regen übergeht. Und auch dann kann es besonders entlang der Landesmitte streckenweise Glatteis geben. Der Wind dreht dabei mehr und mehr auf Südwest bis West und kann besonders im Nordwesten auch stark bis stürmisch auffrischen. Die Temperaturen: weiterhin zwischen 0 und 6 Grad, wobei es am Sonntag am Rhein am mildesten sein wird.

Wie startet die nächste Woche? Auch im Hinblick auf den Karneval - schließlich ist ja Rosenmontag.

Der Montag bringt uns fast schon lupenreines Aprilwetter mit Schnee-, Schneeregen- und Graupelschauern, die sich mit aufgelockerten Abschnitten abwechseln. Auch einzelne Gewitter und starke Böen sind drin. Und dementsprechend brauchen die Karnevalisten beim Straßenkarneval einfach mal ein bisschen Glück, dass die Schauer links und rechts vorbei ziehen. Passend zum Aprilwetter sind auch die Temperaturen eher im nasskalten Bereich zwischen minus 2 und plus 5 Grad.

Und am Dienstag?

Klingen die Schauer mehrheitlich ab, es wird ruhiger und die Sonne kann sich wieder häufiger durchsetzen. Die Temperaturen bewegen sich zunächst nur wenig bei minus 2 bis plus 5, am Niederrhein bis 6 Grad.

Quelle: n-tv.de