Panorama

Tweet löst Debatte ausSchülerin beklagt unnützes Wissen

14.01.2015, 14:40 Uhr

Die 17-jährige Naina ist frustriert: Bald wird sie Abitur haben, doch auf ein Leben nach der Schule fühlt sie sich kaum vorbereitet. Bei Twitter schreibt sie darüber, das Echo ist gewaltig.

Mit einem Twitter-Beitrag hat die 17-jährige Naina aus Köln eine Diskussion über die Aufgaben von Schulbildung ausgelöst. "Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann 'ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen" lautet ihre Kurznachricht unter @nainablabla von Samstag. Über Nacht kam es zu einer breiten Internetdebatte über den Tweet.

Am Dienstagnachmittag war die Nachricht bereits rund 13.300 Mal favorisiert und mehr als 7500 Mal retweetet - also von anderen Nutzern nochmals gesendet - worden. Die 17-Jährige erhielt nicht nur Zustimmung von anderen Schülern und Eltern. Manche verteidigten auch die Schulbildung in ihrer jetzigen Form. "Dass die Schule einen auf das Leben vorbereiten soll, ist der größte Mist, den ich je gehört habe" schreibt ein Twitternutzer und führt aus: "Die Schule stellt, jedenfalls in meinen Augen, eine Institution dar, die dich für eine berufliche Laufbahn qualifizieren soll." Daraufhin entgegnet die Schülerin: "Klar. Aber wenn die Schule uns schon auf's Leben vorbereiten soll, dann doch bitte auch abseits des Lehrplans Mathe, Englisch etc."

Wie weiter nach dem Abi?

@nainablabla ist dabei selbst alles andere als eine Bildungsverliererin. Sie spricht der "Bild"-Zeitung zufolge deutsch, englisch, französisch und spanisch und will im März ihr Abitur bestehen. Ihre Hauptfächer dabei seien Englisch und Erdkunde. Danach will die junge Frau zu Hause ausziehen und ein soziales Jahr im Kulturbereich machen.

Gerade bei der Planung ihres weiteren Lebens sei ihr aufgefallen, dass sie bei der Wohnungssuche beispielsweise Kaution und Provision nicht unterscheiden konnte. Sie wusste auch nicht, "wie das mit der Krankenkasse oder dem Kindergeld geht." Deshalb wünsche sie sich einen Kurs, "in dem mir beigebracht wird, nach dem Abi auf eigenen Beinen zu stehen. Unser Schul-System ist verbesserungswürdig." Vor allem auf die zahlreichen Pflichten fühle sie sich von der Schule nicht vorbereitet. "Meinen Freunden geht‘s genauso."

Die Direktorin der Zwölftklässlerin war über den Tweet ihrer Schülerin nicht sehr glücklich. Die Schulleiterin der Erzbischöflichen Ursulinenschule Köln nannte die Überlegungen ihrer Schülerin "dumm und fahrlässig".

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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