Panorama

Sicherheit für 100.000 Jahre Schweden winkt Atommüll-Endlager durch

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Nuklearreaktor im schwedischen Forsmark.

(Foto: REUTERS)

Nach Finnland baut das nächste skandinavische Land ein Endlager für Atommüll. Schweden verspricht sich von der unterirdischen Lagerstätte Sicherheit für 100.000 Jahre.

Schweden hat grünes Licht für Pläne zur Endlagerung radioaktiver Brennelemente unter der Erdoberfläche gegeben. Der radioaktive Müll soll in einem Endlager bei Forsmark mindestens 100.000 Jahre lang verwahrt werden. "Wir tun dies, um Verantwortung zu übernehmen, sowohl für die Umwelt als auch für die Menschen, aber auch für Schwedens langfristige Stromerzeugung und schwedische Arbeitsplätze", sagte Umweltministerin Annika Strandhäll vor Journalisten.

Die Ankündigung der sozialdemokratischen Regierung erfolgte, nachdem das Projekt sich jahrelang verzögert hatte. Der Standort für die Endlagerung befindet sich in der Nähe eines Atomkraftwerks, etwa 130 Kilometer nördlich von Stockholm.

Die abgebrannten Brennstäbe werden zunächst in gusseiserne Hülsen eingesetzt. Diese Hülsen werden dann in Kupferrohre geschoben, die, wenn sie ordnungsgemäß versiegelt werden, 100.000 Jahre lang luftdicht verschlossen bleiben sollen. Sie werden einen halben Kilometer unter der Erdoberfläche, umgeben von kristallinem Gestein, verwahrt.

"Sichere Endlagerlösung"

Schweden folgt damit dem Vorbild des Nachbarlandes Finnland, das derzeit eine Endlagerstätte in Eurajoki an der Südwestküste des Landes baut. Das Endlager steht kurz vor der Fertigstellung und soll nach einer Testphase 2025 regulär in Betrieb gehen. Die beiden Länder sind die ersten, die grünes Licht für diese Art von Endlagerungs-Anlagen gegeben haben. "Zusammen mit Finnland sind wir die ersten in der Welt, die Verantwortung für unseren Atommüll übernehmen", sagte Strandhäll. Sie pries das Projekt als "sichere Endlagerlösung" an.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte den Schritt als Entscheidung mit "100.000-jährigen Folgen". Greenpeace verwies unter anderem auf die "zu große Unsicherheit" des Projekts. Es handle sich um eine "unverantwortliche" Entscheidung.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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