Panorama

Blut kennt keine Sexualität Schwuler Profitänzer macht sich fürs Spenden stark

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Emil und Tobias - Tanz ins Glück.

(Foto: EK Show Production)

Schwule und bisexuelle Männer werden in Deutschland nahezu von der Blutspende ausgeschlossen und diskriminiert. Doch Profitänzer und Starchoreograf Emil Kusmirek ist der Überzeugung, dass jeder Tropfen zählt, denn Blut kennt keine Sexualität. 

Insbesondere jetzt in der Corona-Zeit, wo weniger Menschen zum Blutspenden gehen, werden laut Experten in den Kliniken die Blutreserven zunehmend knapper. Da sollte man doch meinen, dass jeder freiwillige Spender mit offenen Armen empfangen wird. Aber nicht jeder Mensch wird zur Spende zugelassen. Dazu zählen Emil Kusmirek und sein Partner Tobias Fibicher, einzig aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Sie dürfen ihr Blut nicht an notdürftige Patienten spenden, obwohl sie in einer monogamen Beziehung leben. Laut Gesetz sind homosexuelle oder bisexuelle Männer nur dann zur Blutspende zugelassen, wenn sie zwölf Monate lang keinen Sex hatten. 

Kusmirek schreibt auf Facebook: "Mein Partner Tobias und ich würden sehr gerne Menschen durch eine Blutspende helfen, insbesondere jetzt zu der Corona-Zeit, wo die Reserven immer knapper werden und Blut benötigt wird. Es wäre ja nicht mal ein großer Aufwand. Wir sind sauer und enttäuscht, da es hier um nichts anderes geht als um Diskriminierung."

Kusmirek setze sich "keinem Risiko aus"

Man fragt sich schon, wie eine ganze Gruppe an Menschen über einen Kamm geschoren und als Risikogruppe abgestempelt werden kann, denn das gespendete Blut muss ohnehin auf mögliche Erreger untersucht werden. "Demnach ist auch die Verordnung der Bundesärztekammer, dass schwule Männer nur zur Blutspende dürfen, wenn sie zwölf Monate lang keinen Sex hatten, überflüssig. Wir leben in einer monogamen Beziehung und setzen uns keinem Risiko aus", so der Profitänzer weiter. Das ist ohnehin der diskriminierendste Fakt an der ganzen Regelung: "Auch bei heterosexuellen Menschen, ob Single oder vergeben, kann niemand nachweisen, welchem Risiko sie sich tatsächlich aussetzen, ganz gleich was sie in der Checkliste vor der Blutspende ankreuzen", sagt Kusmirek.

Alle schwulen und bisexuellen Männer als Risiko zu bezeichnen, ist herabwürdigend und stigmatisierend. "Wir appellieren deshalb eindringlich an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, das Transfusionsgesetz anzugleichen, denn Blut sollte ebenso für alle Menschen gleich sein, egal ob schwul, bi- oder heterosexuell."

Kusmirek war dreimal beim RTL-"Supertalent" zu sehen: 2012 kam er ins Finale, 2015 hatte er einen Gastauftritt und 2016 bekam er von Bruce Darnell den goldenen Buzzer. Seitdem hat er sich als Tänzer in Deutschland einen Namen gemacht, etablierte sich an der Spitze der Tänzer-Szene. Zweimal war er als persönlicher Choreograf von Prominenten bei "Let's Dance" zu sehen: Zuerst für Roman Lochmann, dann für Evelyn Burdecki, die den fünften Platz erreichte.

Quelle: ntv.de, soe

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